Freitag, 31. August 2007

Marseilles / Montpellier (7. Tag)

Um 0530 stiegen in Marseilles aus dem Nachtzug. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch, wir haetten nur einen Tag in dieser Stadt geplant und wuerden nachmittags weiterfahren nach Barcelona. Deshalb erkundigten wir uns erstmal nach Schliessfaechern fuer unser Gepaeck - die erst um 0700 oeffneten.

Also liessen wir uns am eher entlegenen Ende eines Bahnsteigs nieder, wo wir uns erstmal die Zaehne putzten. Denn nach der Nacht im Zug fuehlten wir uns einfahc nur klebrig und hatten das dringende Beduerfnis nach einer Dusche. Danach stellte Vero bei einem Blick in den Kalender fest, dass wir doch eine Uebernachtung in Marseilles geplant hatten. Das bedeutete zwar, dass wir nicht mehr auf die Schliessfaecher fuer 6,80 EUR angewiesen waren, aber auch, dass wir mal wieder eine Unterkunft suchen mussten.

Vero zog also los und liess sich schockieren von einer total dreckigen, verkommenen Stadt, auf deren Wiesen Menschen zwischen Pappkartons schliefen. Das Hotelangebot war auch eher schlecht.

Zurueck am Bahnhof verkuendete sie Michael, dass sie sofort woanders hinfahren wolle. Der konnte aber nicht glauben, dass die Stadt wirklich so voller Dreck und ohne Hotels war, wie Vero behauptete. So zog er los, um eine Uerbnachtungsmöglichkeit zu suchen, nach eienr Stunde kehrte er zurueck mit dem gleichen Ergebnis wie Vero zuvor.

Nach einigem Ueberlegen und Nachschlagen im Kursbuch entschieden wir uns, nach Montpellier zu fahren. So hatten wir erstmal 2 Stunden Zeit im Zug Schlaf und Fruehstueck nachzuholen.

Um 1130 kamen wir in Montpellier an - jetzt wenigstens ausgeruht. Als wir aus dem Bahnhofsgebaeude kamen, wurden uns sofort Drogen angeboten, noch ehe wir die Chance hatten, auch nur ein Hotel zu erspaehen. Uns schwante Uebles.
Wir kehrten zu unserer bewaehrten Strategie zurueck: Einer blieb mit dem Gepaeck am Bahnhof waehrend der andere nach einem billigen Hotel suchte. Vero fand auf Anhieb eine ganze Reihe Hotels unter 50 EUR * Nacht^-1. Ausserdem entdeckte sie mehrere Internetcafes und - sie konnte ihren Augen kaum trauen - ein Entrecôte. Letzendlich ueberredete Michael Vero zu einem Hotelzimmer fuer 57 EUR mit Hydrojetdusche aka. der Aqua-Thron. (Wir haben auch je dreimal geduscht, wobei wir etwa 1 m^3 Wasser verbraucht haben.)



Ausserdem ging es zum Abendessen natuerlich ins Entrecôte.
Vorher jedoch schlenderten wir durch die Stadt und kauften Wasser im Supermarché. Hier entdeckten wir auch Coca Cola Blak: Cola mit Kaffee. Wir kauften eine Dose, die wir auf den Stufen der Comédie sitzend tranken.



Fazit: Vero -> total pervers; Michael -> irgendwie geil; beide -> mehr davon.

Ausserdem packten wir die Kamera aus, um die Dose des seltsamen Getraenks als Bild festzuhalten (wie man sieht). Daraufhin kam sofort ein Typ mit einem Fahrrad an (sicher geklaut), das er uns fuer 20 EUR verkaufen wollte. Als wir ablehnten, fragte er, ob er die Kamera "kurz anschauen" duerfe. Auch das wollten wir nicht, sodass er schliesslich abzog.

Weiterhin entdeckten wir in der Stadt jede Menge Emokinder und Polizei (es muss wirklich furchtbar kriminell sein). Ausserdem gab es viele Strassenkuenstler, z.B. einen Japaner, der kitschige Bilder von Planeten und asiatischen Tempeln auf Pappe sprayte und fuer 10 EUR verkaufte.



Waehrend wir bei der Erstellung eines solchen Werks zusahen, bekamen wir von oben einen nassen, chlorigen Waschwasserschauer ab, das irgendeine Drecksau aus einem Fenster schuettete. (In Deutschland machen wir sowas ja wenigstens mit sauberem Leitungswasser.)

Das Highlight war jedoch ein Hausbrand in einem der sehr engen Gaesschen Montpelliers. Der Wagen mit der Drehleiter konnte naemlich gar nicht bis zum brennenden Haus fahren und auch sonst wirkte der Feuerwehreinsatz irgendiwe unorganisiert.



Den Abend beendete Vero mit einem Ben & Jerry's Chocolate Cookie (eigentlich Chocolate Fudge Brownie, Vero meinte Cookie Dough; Ben & Jerry's ist uebrigens Eis),
was echt so lekcer schmeckte wie erwartet.

4 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Ich bezweifle zwar mittlerweile dass ihr die Gasteinträge überhaupt lest (siehe "es steht ein zelt auf dem flur") aber ich wollte trotzdem mal anmerken dass ich immer brav eure einträge studiere und mich vergeswissere dass ihr noch lebt.
auch wenn ich mir so langsam vorkomme wie eine glucke.. ;)

The Emeraldcity hat gesagt…

Der holländische Spähtrupp grüßt die Trapper auf dem Weg nach Süden.
Bleibt auf Kurs, ihr seid auf dem richtigen Weg - Holland ist scary: die haben keine Berge, ich wiederhole: KEINE BERGE!! Und weil alles so teuer ist können sich die Käsköppe auch keine eigene Sprache leisten. Deshalb haben sie sich was aus Deutsch und Englisch zusammengeklaut.
Ich hoffe in Spanien habt ihr mehr Glück. Eure Abenteuer lesen sich wie ein Thriller!
Ahoi!

CaraCara hat gesagt…

Liebe MargaRENFE,

Natuerlich lesen wir deine Eintrage. Aber im Inetcafe haben wir nie Zeit, zu antworten.

Hat das mit dem Handy denn geklappt? (Ich hab keinen Kontakt zu meiner Family, weil mein Handy ausgeschlatet ist und ich die Pin nicht weiß :) ).

Liebe Grüße aus BCN

Anonym hat gesagt…

Hi,
viele Grüße von Brigitte und Siegbert, geht es Euch gut ??
Eure Tour liest sich sehr abenteuerlich