Mittwoch, 5. September 2007

Montpellier / Barcelona (8. Tag)

An unserem letzen Tag in Montpellier kamen wir nicht besonders weit. Nach dem Aufstehen und einer letzten Dusche im Aquathron gingen wir Fruehstueck und Proviant kaufen. Bepackt mit Essen setzten wir uns auf eine schattige Parkbank gegenueber von einem Kinderspielplatz. Kaum hatten wir unser Essen ausgepackt, kam ein Bettelkind, das nach und nach alle Leute auf den Parkbaenken um Essen anbettelte. Wir gaben ihm aber nichts. Auch dem zweiten Bettelkind, das ca. 10 min spaeter seine Runde machte, ueberliessen wir nichts von unserem Essen. Insgesamt wurden wir viermal angebettelt, waehrend wir im Park waren.

Von unserem Beobachtungsposten aus gewannen wir ausserdem neue Erkenntnisse ueber die Bevoelkerung in Montpellier. Der zugemuellte Teich inmitten der von Kippen uebersaeten Wiese war total beliebt. Ausserdem ist Montpellier voller Emokinder, die immer mindestens als Paerchen, aber meistens als Pulk auftreten. Die letzte Erkenntnis war, dass ein Kinderspielplatz vor der Nase besser als ein Zoo ist. Man kann Muetter beobachten, die fremde Kinder schlagen und Kleinkinder, die gerade das Werkzeug entdeckt haben aber noch nicht anwenden koennen. Ein kleiner Junge versuchte, mit einer Plastikflasche die Spielplatztuer offen zu halten. Statt dass er sie zwischen Tuer und Boden einklemmte, versuchte er, sie davor zu stellen.

Als es Zeit wurde, holten wir unser Gepaeck aus dem Hotel und gingen zum Bahnhof. Hier wartete der Talgo nach Barcelona auf uns. Von aussen sah der Zug aus wie eien U-Bahn, innen hatte er 80er-Jahre-Design. Besonders laecherlich war die durch Vorhaenge und Bilder erzeugte Moechtegernwohnzimmeratmosphaere.



Die Zugfahrt verbrachten wir zunaechst mit Essen, Trinken und die Landschaft bewundern. Die Zugstrecke fuerhte naemlich direkt am Mittelmeer entlang. So konnte man den von Kaktusfeigen uebersaeten Bahndamm (3 EUR*Stueck^-1 im real,- ) vor dem Hintergrund der Kueste bewundern.

In Portbou (sprich PorrrBorrr) war der Grenzbahnhof. Hier stiegen drei Polizisten in unseren Wagen. Ihnen fiel sofort die abgeschlossene Klotuer auf, doch keiner antwortete. Relativ schnell gaben sie auf und kontrollierten die Ausweise der Leute in unserem Wagen. Wir wunderten uns schon, wie einfach man sich ueber die franzoesisch-spanische Grenze mogeln konnte. Doch dann kam ein Renfe-Mann im Schlepptau der drei Polizisten. Sie klopften noch einmal erfolglos an die Klotuer, dann schloss der Renfe-Mann auf. Und tatseaechlich kam ein illegaler Immigrant heraus, der sogleich von der Policía mit "Cojones" beschimpft und abgefuehrt wurde. Und wenn er nicht gestorben ist, sitzt er wahrscheinlich noch heute am Bahnhof oder im Gefaengnis.

Die weitere Fahrt war langweilig, Vero schlief so gut wie durch.

Um 2200 kamen wir in Barcelona Franca an. Zuerst mussten wir im Hostel anrufen, damit die unsere Betten nicht an andere Leute vergaben. Immerhin verstanden die sofort, was wir wollten, auch wenn wir Englisch redeten (was in Spanien anscheinend nicht zur Schulbildung gehoert). Wir schaetzten, dass wir um halb 11 im Hostel sein wuerden, was wir uns jedoch viel zu einfach vorgestellt haben. Zuerst mussten wir mit einem Renfe-Zug nach El Clot. Da kauften wir uns eine Metro-Einzelfahrt, um zum Plaça de Catalunya zu fahren. Hier wollten wir in den Bus umsteigen, der angeblich direkt vor die Haustuer fuhr. Doch daraus wurde nichts, denn es war bereits zu spaet, die Linie fuhr nachts nicht mehr. Also mussten wir zueueck in den Metroschacht. vero ging direkt zum Automaten um ein neues Ticket zu kaufen. Michael stellte waehrenddessen fest, dass man in Barcelona mit dnselben Tricks wie in Paris schwarzfahren konnte. Man musste nur warten, bis jemand mit Fahrtkarte kam und dann schnell genug mit durchschluepfen. So konnten wir uns das neu gekaufte Ticket erstmal aufheben. Zum Glueck, wie wir merkten, denn als wir in der Metrostation der Beschilderung zu unserem Zug folgen, mussten wir dne Sperrbereich wieder verlassen udn haetten somit ein Ticket fuer das Durchqueren des Bahnhofs verschwendet. Als wir schliesslich an der Schranke zu unserem Bahnsteig standen, funktionierten unsere unverbrauchten Fahrkarten aber nicht. Ein Aufpasser, der eigentlich verhindertn sollte, dass Schwarzfahrer in den Bahnhof kamen, sagte uns, dass man mit dne Metrotickets nicht die Linie 7 benutzen kann, Dank seiner Anwesenheit konnten wir nun auch nicht mehr gratis fahren, sondern mussten uns eien dritte fahrkarte kaufen, die sinnloserweise genausoviel kostete, wie das jetzt immer noch unbenutzte Metroticket. Wir begannen die TMB langsam aber sicher zu hassen. Endlich in der letzten ueberklimatisierten U-Bahn fuer diesen Tag (die Spanier haben 19º C in der Metro, man erfriert fast), wollten wir noch schnellstmoeglich ins Bett.


Man beachte: Auf dem Weg von Diagonal nach Parallel fehlt noch Orthogonal!



Doch uns stand noch der Fussmarsch bevor. Vero lief zielstrebig Richtugn Hostel los, Michael vertraute ihren Navigationskuensten, was sich als Fehler herausstellte, denn wir liefen sechs Bloecke mit superschwerem Gepaeck in die falsche Richtung. Also ging es den ganzen Weg zuerueck und dann in die richtige Strasse.

Um 0000 kamen wir im Hostel an, es war ein Ikea-Palast, aber sauberer als Michael erwartet hatte. Nachdem wir geduscht hatten, legten wir uns auf die Ikea-Matratzen im Ikea-Stockbett unseres Ikea-Acht-Bett-Zimmers und versuchten zu schlafen. Doch das war gar nichts so einfach, denn immer wenn irgendwer im Zimmer sich umdrehte, quietschten Bett und Matratze fuerchterlich. Ausserdem schnarchte irgendjemand. Letzlich waren wir nach diesem anstrengenden Tag muede genug, um einzuschlafen.

Keine Kommentare: