Dann wollten wir ein letztes Mal zum Supermercado, um uns mit Proviant (vorallem Chorizo) einzudecken. Leider fiel uns erst vor der verschlossenen Ladentuer auf, dass es Sonntag war. Also mussten wir hungrig und durstig zum Bahnhof. Hier kam der naechste Reinfall aka. RENFEfall. Zielstrebig liefen wir zu unserem Gleis, doch hier war ein Aufbau wie am Flughafen; noch vor dem Bahnsteig standen renfe-Frauen, die unsere Tickets sehen wollten. Eine von ihnen schickte uns direkt wieder weg, weil wir fuer den Zug eine Reservierung brauchten. Also mussten wir uns wohl oder uebel an einem Schalter anstellen und eine Reservierung fuer den Zug anderthalb Stunden spaeter kaufen. Dank dem ueblichen spanischen Arbeitstempo nahm diese im Grunde simple Prozedur eine halbe Stunde unserer kostbaren Zeit in Anspruch.
Die restliche Wartezeit verbrachten wir damit, dass Vero auf das Gepaeck aufpasste und Michael mit seinem fliessenden Spanisch in den naechsten McDonalds ging, um uns etwas zu Essen zu kaufen. Irgendwie schaffte er es dem spanischen Typ an der Kasse auf Englisch zu erklaeren, was er wollte.
Eine Viertelstunde vor Abfahrt machten wir uns erneut auf den Weg zum Bahnsteig oder besser gesagt Gate, denn die Renfe tat alles dafuer, dass wir uns wie beim Fliegen fuehlten: Auf der Anzeigentafel blinkte neben unsrem Zug bereits das Bording-Licht. Dieses Mal kamen wir dank Reservierung auch ungehindert am ersten Gegner, den Renfefrauen vorbei. Und auch den zweiten (schwierigeren) Gegner, den Gepaeckdurchleuchter, besiegten wir noch spielend, da er einfach gar nicht auf den Monitor schaute. Nun standen wir also vorm Endgegner, dem Kartenabreisser, den wir auch ohne Weiteres bezwangen. Der Weg war frei in den, fuer spanische Verhaeltnisse, sehr gut durchdachten und komfortablen Zug.
Am Anfang eines Wagens gab es jeweils ein grosses Gepaeckregal, in dem sogar unsere ueberdimensionierten Tornister Platz fanden. Dann als wir unsere Sitzplaetze eingenommen hatten, kam auch sogleich die Stewardess und verteilte Kopfhoerer mit welchen man waehrend der Fahrt den Film "Nachts im Museum" oder aber 13 Kanaele Musik hoeren konnte. Der Film fiel fuer uns leider aus, da er nur auf spanisch ohne Untertitel lief.
In Valencia angekommen mussten wir uns erstmal eine Bleibe suchen. Das stellte sich als gar nicht so einfach heraus, zunaechst lief Vero durch die Gegend, um etwas Guenstiges zu finden. Nachdem sie erfolglos zurueckkehrte lief Michael los. Er traf unterwegs einen sehr netten Spanier, der ihn fragte was er sucht, und ihn schliesslich sogar durch die ganze Stadt begleitete bis zu einem Hostel, das aber leider ausgebucht war. (Bis heute fehlt Michael auch kein Geld oder sonst etwas das er dabei hatte).
Also mussten wir ins Hotel. Um doch noch Geld einzusparen, beschlossen wir nicht Essen zu gehen, sondenr im Hotelzimmer zu kochen, da wir furchtbar hungrig waren. Im Bad bauten wir auf dem Fliessneboden den Campingkocher auf und Michael schnitt mit dem Taschenmesser eine ganze Knolle Knoblauch klein.
Auf zwei Etappen kochten wir jeweils erst Nudeln und dann Tomatemnsosse, die wir mit Knoblauch und Albahaca pimpten. Das Essen war wirklich superlecker.
Nachdem alles in unseren Maegen verschwunden war, spuelten wir das Geschirr mit unserem mitgebrachten Spuelmittel am Waschbecken. Ein Hotelhandtuch wurde kurzfristig zum Geschirrtuch umfunktioniert. Wir wollen nicht wissen, was die Familie, die gegenueber von unserem geoeffneten Badfenster in ihrer Wohnkueche sass und uns die ganze Zeit beobachtete, von uns denkt. Wir freuten uns jedenfalls noch den ganzen Abend des ansonsten eher misslungenen Tages ueber unsere Improvisationskunst.
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