Vero konnte ebenfalls nicht schlafen, weil die Bauchschmerzen mittlerweile von Durchfall und Kotzerei ergänzt wurden und sie damit beschäftigt war, aufs Klo zu rennen, unsere Notfalltabletten zu essen und unsere gesamten Wasservorräte leer zu trinken. Dennoch entschieden wir uns am nächsten Morgen, nach Casablanca weiterzufahren. Eigentlich wollten wir uns in Rabat noch die römischen Ruinen anschauen, doch Vero wollte nur so schnell wie möglich wieder in ein Bett.
Bevor es los zum Bahnhof ging wollten wir aber noch in einer Apotheke Durchfalltabletten kaufen und einen neuen Wasservorrat anlegen, was uns leider nur teilweise gelang, weil es in der Gegend um das Hotel keinen einzigen Laden gab der Getränke verkaufte. So mussten wir ohne Wasser die immerhin einstündige Fahrt auf uns nehmen, diesmal wieder in der ersten Klasse.
In Casablanca angekommen ließen wir uns mit dem Taxi zum Hotel fahren, dieses Mal ohne Probleme mit dem sorgfältig ausgewählten Fahrer – es hatte etwas gedauert bis wir am Bahnhof ein Taxi fanden, das nicht 30 GELD für die Fahrt wollte.
Unsere erste Tat in Casa, wie die Leute hier ihre Stadt liebevoll nannten, war Essensbeschaffung. Hierfür gingen wir zum Markt, da wir nach Fragen an der Hotelrezeption erfuhren, dass es auch hier keinen Supermarkt gab. Nach längerem Suchen auf dem Fressmarkt fanden wir endlich was wir suchten: einen Laden der die vielfach in der Werbung angepriesene Shurbet Knurr verkaufte. Nach einem intensiven Beratungsgespräch mit dem Verkäufer entschieden wir uns für Knurr Harira und Knurr Spargelcremesuppe.
Auf dem Rückweg zum Hotel schlenderten wir durch die Fußgängerzone, die aus hübschen französischen Kolonialstilhäusern bestand. Außer dass die Läden seltsam waren hätte man sich genauso gut in einer europäischen Einkaufsstraße befinden können.
Im Hotel kochten wir zunächst die Harira, die allerdings eine Enttäuschung war, weil sie wie tomatisierte Hühnerbrühe mit Nudeln schmeckte (im Grunde war sie auch nichts anderes). Der zweite Gang begeisterte uns noch weniger, denn mit Spargel hatte der Suppengeschmack wenig zu tun. Knorr hatte also länderspezifische Rezepturen, denn in Portugal war die Spargelcremesuppe gut. Nach dem Essen schauten wir noch kurz arabisches Musikfernsehen, dann gingen wir schlafen, dieses Mal ohne Moscheenkrach durchs offene Fenster.
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