Sonntag, 30. September 2007

Marrakesh (33. Tag)

Nach einer schreklichen Nacht wachten wir beide geraedert auf. Obwohl es schon Mittag war, fuehlten wir uns beide totmuede, da wir in unserem Riesenbett nur eine Vier-Quadratzentimeter-Bettdecke, die wir die ganze Nacht hin und herzogen, hatten. Das Fruehstueck auf der Dachterasse des Hotels konnte unsere Laune auch nicht aufbessern: Die Portionen waren winzig und es gab kein Brot, sondern nur lauwarme, klebrige, marokkanische Pfannkuchen, die wir mit Butter und Honig halbwegs geniessbar machten.

Nach dem Essen gingen wir in den Cyberpark, einer von Maroc Telecom angelegten Parkanlage.

Cyber waren hier nur der Pavillon, in dem man sich ueber die Geschichte des Telefons informieren konnte, verschiedene im Park aufgebauten Touchscreens auf denen man sich Fotos anschauen konnte und ein Internetcafe, das unser eigentliches Ziel war. Doch vorher musste Michael noch mindestens bei einem der Touchscreens das System zum Absturz bringen. Beim ersten kamen wir nicht sehr weit, da schon Leute hinter uns standen, die die wunderschoenen Fotos betrachten wollten. Beim zweiten Terminal weiter im Innernen des Parks hatten wir mehr Erfolg: Das Problem war nur, herauszufinden, wie man am Touchscreen die rechte Maustaste benutzt. Doch auch das konnte Michael herausfinden, sodass wie nur noch das Administratorkennwort brauchten. Das war jedoch schwerer zu erraten als wir gehofft hatten. So war der Traum vom Herunterfahren oder Aendern der Interneteinstellungen geplatzt, doch wir erstellten noch einen Ordner mit unseren Namen und gingen ins angenehm klimatisierte Internetcafe um zu blogg0rn. Allerdings wurden wir hier schon nach einer Stunde des Platzes verwiesen: Wegen dem Ramadan galten verkuerzte Oeffnungszeiten.
Wir beschlossen erst einmal im Pizzahut, den wir am Vortag auf dem Weg zu McDonalds entdeckt hatten, Frustessen einzulegen. Wir bestellten uns die bei uns in Deutschland unbekannte Steigerung der CheesyCrust: Eine Cheesy Vulcano. Zum Nachtisch goennten wir uns noch Schokokuchen bzw. Apfelstrudel. Danach ging es zurueck ins Hotel, um aufs Klo zugehen und eine groessere Bettdecke sowie neues Klopapier zu bestellen. Wir bekamen ein Laken, das eine groessere Flaeche als unser Zimmer hatte und nachdem der Hotelbimbo, der immer auf dem Stuhl neben der Rezeption sass, wieder zurueck war, auch frisch und extra fuer uns gekauftes Klopapier. Waehrend des Wartens an der Rezeption entdeckte Vero in einem Zeitschriftenstapel eine aeltere Ausgabe der "Astronomie heute", in der sie einen Artikel ueber den gruenen Blitz, den wir eigentlich unbedingt an der franzoesischen Atlantikkueste beobachten wollten, las. Sie berichtete Michael von ihrer Entdeckung, der sich die Zeitschrift daraufhin direkt auslieh und mit ins Zimmer nahm.

Nach der kurzen Erholungspause im Hotel, machten wir uns auf die Suche nach einem Internetcafe, das laut Reisefuehrer ganz in unserer Naehe sein sollte. Doch wie sich schnell herausstellte und eigentlich auch vorauszusehen war, war es nicht so einfach, in der Medina einen bestimmten Punkt zu finden. Wir verirrten uns sehr schnell in einer kleinen Sackgasse, in der wir die Schuhputzkatze kennenlernten. Sie putzte mit ihrem Koepfchen erst Michaels und dann Veros Schuhe, die sogar fast wieder weiss wurden. Nur dass sie ihren Schwanz benutzen sollte um die Shox zu putzen war anscheinend zu hoch fuer sie, aber es war ja auch noch eine kleine Schuhputzkatze.

Im total ueberhitzten und ueberfuellten Internetcafe - es war natuerlich nicht das , in das wir urspruenglich wollten - vollendeten wir unseren Blog soweit wir moeglich, danach ergriffen wir erleichtert die Flucht.
Auf dem Djemma el Fna sahen wir danach noch einem Zaubererpaerchen zu. Zunaechst machten sie Kunststueckchen und spielten Diabolo. Schliesslich forderte der kleinere der beiden Stassenkuenstler Michael mit Haenden und Fuessen dazu auf es auch einmal zu versuchen, es gelang ihm allerdings eher schlecht als recht. Danach begann die Zaubershow. Es wurden zum Beispiel Suessigkeiten herbeigezaubert, die ans Publikum verteilt wurden. Ausserdem hatten sie einen Ringverwurschteltrick: Der kleine Zauberer konnte drei Ringe so ineinander verhaken, dass wir sie nicht mehr auseinanderbekamen - er jedoch schon.
Nach der Zaubershow zog der kleine Marokkaner, die schon seit Beginn der Vorfuehrung bereitliegenden, Boxhandschuhe an und bot Michael ein zweites Paar an.

To be continued...

Samstag, 29. September 2007

Casablanca / Marrakesh (32. Tag)

Nach einem letzten Frühstück in Casablanca ging es zum etwas außerhalb gelegenen Bahnhof Cassa Voyageurs, wo wir unsere zweitlängste marokkanische Zugfahrt antraten. Unser Abteil teilten wir mit einem Marokkaner im Anzug, der eine arabische Zeitung laß, einer jungen normal gekleideten Frau ohne Kopftuch, die ständig auf den Gang ging um zu telefonieren und anschließend heulend wieder zu kommen – garantiert hatte ihr Freund sie abserviert – und einer älteren Frau in Sack und Kopftuch, die betete als der Schaffner kam. Da wir aber mittlerweile jeden Typus der marokkanischen Gesellschaft kannten, beschäftigte Michael sich sofort mit Schlafen und Vero betrachtete die Landschaft: Wir fuhren durch rote, hügelige Wüste. Einmal hielten wir sogar mitten im Nirwana an, weit und breit waren keine Häuser oder Straßen zu sehen, doch wir waren an einem Bahnhof.

Nach vier Stunden kamen wir ohne Zwischenfälle – in der Wüste gab es nicht einmal Steinwurfkinder – in Marrakesh an. Hier hieß es wieder mal ein Taxi zum Normalpreis zu finden. Doch die Fahrer hier rechneten anscheinend nur mit unerfahrenen Touristen, sie wollten alle 50 Geld für die Fahrt mit dem Petit Taxi. Doch endlich fanden wir ein Grand Taxi, das uns für 20 Geld zur Medina fuhr. Unterwegs erklärte uns der Fahrer auf Französisch, was es links und rechts des Weges zu sehen gab. An einem größeren Platz vor einem Stadttor ließ er uns aussteigen und erklärte uns den Weg zum Hotel. Doch wie wir fast erwartet hatten, befand es sich nicht an der angegebenen Stelle. Zum Glück fand sich schnell jemand der uns für 5 Geld den Weg durchs Gassengewirr zeigte. Wir merkten ihn uns genau schließlich würden wir ihn öfter gehen müssen. Hätten wir in Deutschland gewusst, wie marokkanische Altstädte strukturiert sind, hätten wir es nie gewagt, ein Hotel in der Medina zu reservieren.

Unser Zimmer war winzig – vielleicht war auch nur das Bett zu groß – mit unserem Gepäck darin konnte man noch maximal 10 cm² des Fussbodens sehen. Da hatte man im als Einbauschrank getarnten Bad schon mehr Bewegungsfreiheit.

Trotzdem war das Hotel reizvoll denn es gab eine Dachterrasse, von der aus man den Djemma el Fna sehen konnte.

Ein Nachteil war aber, der Innenhof auf den alle Fenster führten, denn so hörte man jeden Ton aus den anderen Zimmern, sowie den Fernseher an der Rezeption, der ständig lief.


Nach einer kurzen Pause im Hotel beschlossen wir unseren touristischen Pflichten nachzugehen und uns die Stadt anzuschauen. Als erstes ging es zum Djemma el Fna, der voll von Touristen war. In keiner anderen marokkanischen Stadt sind wir sovielen Europaeern begegnet. Das nutzten die Marokkaner aber auch aus: Auf dem ganzen Platz versuchten sie Geld zu scheffeln: Entweder durch den Verkauf von Trockenfruechten - Michael hatte Hunger und kaufte je eine riesige Tuete Datteln und Feigen - oder aber mit Henna Tatoos - alle fuenf Meter wurde Vero von Frauen bedraengt, die ihr am liebsten jeden Quadratzentimeter Haut mit glueckbringenden Blumen oder Ornamenten verziert haetten. Man konnte auf dem Djemma el Fna auch mit Guetern bezahlen wie sich herausstellen sollte. Als wir einer Schlangenbeschwörer zusahen, kam einer der Maenner auf uns zu und gab Vero eine kleine Schlange, die such um den Hals wickeln und streicheln konnte. Michael fotografierte. Anschliessend tauschten wir die Schlange, als es dann auch genug Bilder von der Schlange mit Michael gab, traten wir das Tier wieder an seine Besitzer ab und wollten gehen. Doch das war nicht so einfach, denn die Schlangenbeschwörer wollten Geld von uns. Das verweigerten wir ihnen jedoch, woraufhin sie sich auch mit einem Souvenir von uns zufrieden geben wollten. Zum Beweis, dass wir wirklich nichts herzugeben hatten, leerte Michael sämtliche Hosentaschen: Vom James Bond-Feuerzeug bis zum Euro Nummer Eins war alles dabei. Besonders interessiert waren die Schlangenbeschwörer am Titan-USB-Stick den sie allerdings fuer ein Feuerzeug hielten. Bekommen würden sie den aber auf gar keinen Fall, sodass wir einfach abhauen konnten.



Als naechstes stuerzten wir uns in die engen Marktgaesschen, die uns allerdings nichts Neues boten, da wir mittlerweile genug marokkanische Altstadtmaerkte gesehen hatten. Im Gegenteil, uns verging relativ schnell die Lust, da wir erst einem widerlichen Alten begegneten, der vor allen Leuten in seine Finger schneuzte und die Rotzmenge danach mitten auf die Strasse befoerderte und spaeter von einem Haendler angeschnauzt wurden, weil wir trotz Ramadan bei helllichtem Tage Trockenobst auf der Stasse assen.

Zurueck auf dem Djemma steuerten wir die Dachterasse eines Cafes an, von wo aus wir ueber eine Stunde lang das Geschehen auf dem Platz beobachteten: Die Essensstaende mit den davor aufgebauten Tischen und Baenken, die Orangensaftverlaeufer, die Hennafrauen und die Schlangenbeschwoerer.
Als es langsam daemmerte, gingen wir zurueck zum Hotel.

Wir hatten allerdings Hunger und wollten einen marokkanischen McDonalds ausprobieren. Da wir im Hotel kostenloses Internet hatten, konnten wir mit Hilfe von Google schnell die naechstgelegene Filiale ausmachen. Wir begannen also unseren Fussmarsch entlang einer endloslangen, viel befahrenen Stasse. Doch der Buergersteig war nicht weniger stark frequentiert, hunderte von Marokkanern und Touristen waren hier unterwegs.

Im McDonalds angekommen, bestellten wir uns direkt Burger, die wir noch nicht aus Europa kannten. Nachdem wir satt und ausgeruht waren, liefen wir zurueck zum Djemma, wo sich mit Einbruch der Dunkelheit einiges geaendert hatte: Die Hennafrauen und Schlangenbeschwoerer waren verschwunden, stattdessen war die Luft jetzt erfuellt vom Geruch nach gegrilltem Fleisch, Getrommel und Rauchschwaden: Nachts gehoerte der Djemma den Essensstaenden, Strassenmusikern, Geschichtenerzaehlern und Zauberern. Ausserdem waren jetzt eher Einheimische und weniger Touristen unterwegs. Nach einem Rundgang ueber den naechtlichen Platz kehrten wir ins Hotel zurueck, um nach diesem anstrengenden Tag erst einmal zu schlafen.

Casablanca (31. Tag)

Heute wollten wir zuerst den touristischen Höhepunkt Casablancas ansehen: Die große Moschee, die zu irgendeinem Geburtstag Hassans II (der Vorgänger des marokkanischen Königs) errichtet wurde. Entgegen der Warnungen des Reiseführers vor eventuellem Ausrauben gingen wir die große Straße zum Hafen hinunter. Unterwegs fanden wir sogar eine Bank, die allerdings Veros Pfunde nicht wechseln wollte, weil sie keinen Kurs hatten!?!? So hatten wir für den Tag nur eine Hand voll Geld in der Tasche, doch es sollte reichen.

Nach 2-3 km Fußmarsch im gleißend hellen Sonnenlicht kamen wir bei der Moschee an. Sie lag idyllisch direkt neben der Außenmauer des Slums, in dem die Menschen in Wellblechhütten hausten. Vom Atlantik, an dem sie auch lag sah man allerdings weniger. Während Michael begann Fotos zu machen, suchte sich Vero ein schattiges Plätzchen auf dem Vorplatz der Moschee, auf dem jede Menge Schulkinder aber weniger Touristen herumstreunten.

Nachdem die Moschee aus allen Perspektiven auf der Speicherkarte war, saßen wir noch etwas auf dem Vorplatz und unterhielten uns mit einer Gruppe Schuljungen, die uns erklärten dass unsere Kamera eine Kamera und unser Handy ein Handy sei.

Danach beschlossen wir den Eingang ausfindig zu machen, um die Moschee von Innen zu sehen. Hier stand jedoch ein Aufpasser, der uns erklärte, dass erst morgen wieder Besichtigungen angeboten würden. Genervt wollten wir zumindest einen Rundgang außerhalb machen, doch als wir eine breite Treppe hinabstiegen, die anscheinend unter die Moschee führte, wurden wir mal wieder rausgeschmissen.
Jetzt vollkommen schlecht gelaunt traten wir den Rückweg an. Wir vermieden es, durch die Slums zu gehen und machten lieber einen kleinen Umweg um wenigstens etwas zu besichtigen, beschlossen wir in die Altstadt zu gehen. Doch auch hier wurden wir enttäuscht, denn sie war viel kleiner, nicht so verwinkelt und viel stärker nach Fisch stinkend als die Medinas, die wir bisher gesehen hatten.


Auf dem Rückweg zum Hotel aß Michael im McDonalds einen arabischen Billigburger für 18 Geld, der eigentlich nur aus Fladenbrot, Fleisch und einem Salatblatt bestand aber garnichtmalschlecht war. Nach dem Essen legten wir an einem Brunnen eine Pause ein, um die Leute zu beobachten. Wir setzten uns auf den Rand und schauten dem Verkehr und den Schuhputzern, die auf der Einfassung eines Baums neben uns saßen zu. Auf einmal fiel ein Schatten auf uns, als wir erschrocken hochblickten sahen wir einen Penner schwarzer Hautfarbe, der nach Michael trat und uns laut zu lallte. Sofort kamen Marokkaner angerannt, die den Obdachlosen mit einem Rasiermesser und einem Eisenrohr bedrohten und auf Arabisch auf ihn einschimpften. Er entfernte sich einige Meter und wir setzten uns wieder auf unseren Platz von dem wir vor Schreck aufgesprungen waren. Doch nach zwei Minuten kam der schwarzhäutige Riese schon wieder auf uns zu. Die Marokkaner verjagten ihn erneut, schließlich sagte einer von ihnen auf Französisch, wir sollten uns lieber einen anderen Platz zum Sitzen suchen. Wir bedankten uns, standen auf und schlenderten zurück zum Hotel. Gerade angekommen, stürmte auf der Straße ein „angry mob“ Marokkaner vorbei, einen einzelnen verfolgend. Wir stellten uns neben den Portier um das Schauspiel zu beobachten: Gerade wurde der Verfolgte von der Menschenmenge an die Hauswand gepresst. Der Portier meinte, er hätte wohl was gestohlen. Nach einiger Zeit löste sich der Mob wieder auf und wir gingen aufs Zimmer um einen verspäteten Mittagsschlaf einzulegen und Tagebuch zu schreiben.

Als es dunkel war machten wir uns auf den Weg zu dem Restaurant am Leuchtturm, das wir uns schon im Reiseführer ausgesucht hatten. Zunächst konnte der Taxifahrer mit unseren Angaben nichts anfangen, doch schließlich fuhr er uns zur Uferstraße, wo wir einfach Stop schrieen, als wir das Restaurant erspähten. Wir bekamen sogar einen Tisch am Fenster von wo aus man die Wellen direkt unterm Fenster an der Küste brechen und den Leuchtturm sah. Außer dass wir underdressed waren und so das Bild störten war das Restaurant wunderschön. Zu Essen bestellten wir Salate und Pastilla als Vorspeisen und Kalbstajine mit Mandeln und Spieße (Kefta, Filet, Geflügel) als Hauptgericht. Obwohl wir wieder mal knapp vor dem Platzen waren, genehmigten wir uns zum Nachtisch Orangensalat mit Zimt und Obstsalat. Als wir nach unserer Mahlzeit noch da saßen und verdauten, kam die Bedienung und sagte, unser Fahrer sei jetzt da. Wir waren irritiert, hatten wir doch nichts mit unserm Taxifahrer ausgemacht und der eigentlich gar nicht wusste wo wir waren, da er uns nicht direkt am La Fibule abgesetzt hatte. Trotzdem zahlten wir und machten uns auf den Weg zum Ausgang. Hier wurden wir vom Chef höchstpersönlich aufgehalten, der sich vergewisserte, dass es uns geschmeckt hatte und uns erzählte, dass er (wie könnte es auch anders sein) in den 60er Jahren in Deutschland gelebt hatte.

Endlich an der frischen Luft erkannten wir unseren Taxifahrer nicht wieder – er uns auch nicht, es lag ein Missverständnis vor, er wartete auf jemand anderen. Also mussten wir ein Taxi anhalten, was erstaunlich schnell ging, obwohl wir uns total abseits der Stadt befanden. Mit unserer Hilfe fand der Fahrer sogar zum Hotel oder zumindest an die Kreuzung der Straße, in der das Hotel war. Vollgefressen gingen wir ins Bett, denn am nächsten Tag stand uns die letzte Zugfahrt unseres Urlaubs bevor.

Dienstag, 25. September 2007

Rabat / Casablanca (30. Tag)

Die Nacht war schrecklich: Michael schlief kaum, da auf der Straße unter unserem Fenster die ganze Nacht keine Ruhe einkehrte und auch der Muezzin, der gegenüberliegenden Moschee um 0500 lautstark verkündete, dass ihm etwas schrecklich weh tut.



Vero konnte ebenfalls nicht schlafen, weil die Bauchschmerzen mittlerweile von Durchfall und Kotzerei ergänzt wurden und sie damit beschäftigt war, aufs Klo zu rennen, unsere Notfalltabletten zu essen und unsere gesamten Wasservorräte leer zu trinken. Dennoch entschieden wir uns am nächsten Morgen, nach Casablanca weiterzufahren. Eigentlich wollten wir uns in Rabat noch die römischen Ruinen anschauen, doch Vero wollte nur so schnell wie möglich wieder in ein Bett.

Bevor es los zum Bahnhof ging wollten wir aber noch in einer Apotheke Durchfalltabletten kaufen und einen neuen Wasservorrat anlegen, was uns leider nur teilweise gelang, weil es in der Gegend um das Hotel keinen einzigen Laden gab der Getränke verkaufte. So mussten wir ohne Wasser die immerhin einstündige Fahrt auf uns nehmen, diesmal wieder in der ersten Klasse.

In Casablanca angekommen ließen wir uns mit dem Taxi zum Hotel fahren, dieses Mal ohne Probleme mit dem sorgfältig ausgewählten Fahrer – es hatte etwas gedauert bis wir am Bahnhof ein Taxi fanden, das nicht 30 GELD für die Fahrt wollte.

Unsere erste Tat in Casa, wie die Leute hier ihre Stadt liebevoll nannten, war Essensbeschaffung. Hierfür gingen wir zum Markt, da wir nach Fragen an der Hotelrezeption erfuhren, dass es auch hier keinen Supermarkt gab. Nach längerem Suchen auf dem Fressmarkt fanden wir endlich was wir suchten: einen Laden der die vielfach in der Werbung angepriesene Shurbet Knurr verkaufte. Nach einem intensiven Beratungsgespräch mit dem Verkäufer entschieden wir uns für Knurr Harira und Knurr Spargelcremesuppe.

Auf dem Rückweg zum Hotel schlenderten wir durch die Fußgängerzone, die aus hübschen französischen Kolonialstilhäusern bestand. Außer dass die Läden seltsam waren hätte man sich genauso gut in einer europäischen Einkaufsstraße befinden können.

Im Hotel kochten wir zunächst die Harira, die allerdings eine Enttäuschung war, weil sie wie tomatisierte Hühnerbrühe mit Nudeln schmeckte (im Grunde war sie auch nichts anderes). Der zweite Gang begeisterte uns noch weniger, denn mit Spargel hatte der Suppengeschmack wenig zu tun. Knorr hatte also länderspezifische Rezepturen, denn in Portugal war die Spargelcremesuppe gut. Nach dem Essen schauten wir noch kurz arabisches Musikfernsehen, dann gingen wir schlafen, dieses Mal ohne Moscheenkrach durchs offene Fenster.

Meknes / Rabat (29. Tag)

Morgens in Meknes beschlossen wir es mit der Wasserbeschaffung gut sein zu lassen. Erstens hatten wir die Altstadt, die wegen der Müllberge eher abschreckend war schon gestern Abend gesehen. Zweitens gab auch der Reiseführer zu, dass es nicht allzu viel zu sehen gab. Als wir zurückkamen, trafen wir unseren Führer von gestern an einer Kreuzung vor dem Hotel wieder. Er erzählte uns, dass die Schule wieder begonnen hätte und er nicht genug Geld für die Bücher seiner Kinder hatte. Michael gab ihm noch einige GELD dann machten wir uns endgültig auf den weg zum Bahnhof.

Hier hatten wir Pech, die erste Klasse war bereits ausverkauft. Weil wir nicht zwei Stunden auf den nächsten Zug warten wollten, entschieden wir uns, mit der zweiten Klasse vorlieb zu nehmen. Gespannt warteten wir auf den Zug, wir hofften, wenigstens einen Sitzplatz zu bekommen, weil in der zweiten Klasse keine Reservierung möglich war und wir schon öfter voll gestopfte Züge gesehen hatten. Doch zum Glück bewahrheitet sich diese Befürchtung nicht, in einem der 8er-Abteile mit durchgehenden, kunststoffbezogenen Sitzbänken waren noch drei Plätze frei, sodass sich auch Michaels Rucksack setzen konnte.

Schlimm war allerdings, dass die zweite Klasse, wie befürchtet, nur auf dem Papier klimatisiert war, sodass es schrecklich warm und stickig war. Dass Vero auch noch Bauchschmerzen bekam machte die Zugfahrt nicht angenehmer. Doch der schlimmste Teil stand uns noch bevor: Von weitem schon erspähten wir Steinwurfkinder und es gab einen Knall – Treffer! Die Scheibe unseres Abteils bekam auf einmal überall Risse, vorsichtshalber rückten wir alle ein Stück vom Fenster weg, da man bei jedem Ruckeln des Zuges hörte wie das Glas weiter kaputt ging. Schließlich stellte Michael fest, dass nur die äußere Scheibe des doppelt verglasten Fensters betroffen war. Trotzdem standen Leute auf und verließen das Abteil, weil sie Angst hatten. Aber nicht mal die äußere Scheibe verloren wir auf dem Rest der Zugfahrt, da sie offensichtlich aus garnichtmalschlechtem Sicherheitsglas war.

Trotzdem konnten wir uns nicht entspannen, weil die Bahnhöfe nicht durchgesagt wurden, und auch keine Schilder hatten, sodass Vero immer fragen musste um zu erfahren, wo wir uns gerade befanden. So gelang es uns auch in Rabat auszusteigen, allerdings am falschen Bahnhof.

In der Stadt gab es noch weiteren Stress: die Taxifahrer wollten alle 20 GELD, sodass es einige Zeit und einiges Verhandlungsgeschick Michaels kostete bis wir ein günstiges gefunden hatten, das nur 10 GELD wollte. Wir ließen uns zum Hotel fahren, leider hatte der Taxifahrer keine Ahnung wo die Straße sein sollte, und musste erst einen anderen Taxifahrer fragen. Uns schwante Übles, und richtig, fast wären wir am Hotel vorbeigefahren, hätte Michael nicht Stopp gerufen. 50 Meter zu spät kamen wir mitten auf einer Kreuzung zu stehen. Als Michael dem Taxifahrer 10 GELD in die hand drückte wollte der auf einmal 15 GELD. Doch da Michael dem marokkanischen Schlitzohr beibringen wollte zu seinem Wort zu stehen, bekam er nicht mehr Geld und wir ergriffen einfach die Flucht ins Hotel. Weil er doch ziemlich rum geschrieen hat und Vero auch noch Bauchschmerzen hatte, beschlossen wir erstmal im Hotel abzuwarten. Gegen Abend überredete Michael sie, Pizza essen zu gehen, denn wir hatten den ganzen Tag noch nichts zwischen die Zähne bekommen.

Als wir das Hotel verließen warteten weder der Taxifahrer noch seine Brüder auf uns, und es gelang uns auf Anhieb die Pizzeria zu finden, sie machte gerade auf als wir kamen. Die Bestellung war allerdings weniger einfach: Alkohol gab es keinen, obwohl er auf der Karte stand, sodass Michael auf sein Bier verzichten musste; Salami gab es auch nicht, weshalb wir eine Pizza umbestellen mussten. Obwohl Vero sich alle Mühe gab, schaffte sie ihre Portion nicht ganz. Und auch das Pizzabrot musste Michael bis auf ein Stück ganz alleine essen. Nach dem Essen ging es Vero wirklich besser, doch bis wir im Hotel ankamen, hatte sie schon wieder Bauchweh, sodass wir an diesem Abend nichts mehr unternahmen. Wir mussten lediglich noch das Wasser, das wir unterwegs gekauft hatten und den Pizzarest, den wir uns haben mitgeben lassen mit unserer Allzweckkordel in den zweiten Stock hochziehen, weil es verboten war, Essen und Trinken mit ins Hotel zu bringen.

Fes / Meknes (28. Tag)

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, der wie anscheinend alle marokkanischen Bahnhöfe nur zwei Gleise hatte. Von hier aus fuhren wir nach Meknes, links und rechts der Gleise die mittlerweile bekannten Bilder von Bauern und ihren Eseln, hirten und ihren Schafen, sowie Kinder und ihren Wurfsteinen (Ziel waren die vorbeifahrenden Züge).

In Meknes ließen wir uns von einem Taxi zum Hotel de Nice fahren, nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatte beschlossen wir essen zu gehen und zwar im Dar Sultana in der Altstadt, das auch im Reiseführer stand. Wir liefen also in die entsprechende Richtung los und hielten das erstbeste Taxi an. Mit dem Namen des Restaurants konnte der Taxifahrer schon mal nichts anfangen, mit dem Straßennamen anscheinend schon, denn nachdem er diese Information hatte fuhren wir los. Nach 10 min zielstrebiger fahrt landeten wir in einer Straße in deren Gosse sich der Müll einen halben Meter hoch türmte und deren Fahrbahn nicht viel sauberer aussah. Wir waren uns ziemlich sicher falsch zu sein, der Taxifahrer sich anscheinend auch, denn er winkte einen vorbeilaufenden Marokkaner herbei, der einen weiteren Mann rief, der schließlich zu uns ins Auto stieg, uns und den Taxifahrer mit Handschlag begrüßte und uns dann erklärte, man hätte ihn geholt weil er englisch spreche. Nach 500 m ließ er das Taxi anhalten und führte uns in die verwinkelte Medina.

Auf unserem weg zeigte er uns eine Bäckerei, in der in einem Steinofen über Zedernholz das Brot gebacken wurde und den Heizraum eines Hammams, in dem ebenfall mit Zedernholz das Wasser erwärmt wurde. Hier bekamen wir getrocknete Datteln angeboten, die wir uns aus Höflichkeit nicht abzulehnen trauten. Es aß also jeder eine, in der Hoffnung, dass unsere Verdauungsapparate damit fertig werden würden.

Schließlich standen wir vor einem Restaurant, das jedoch nicht das gesuchte war. Auch wenn unser Führer bestand, dass es hier sehr sauber sei wollten wir weiterhin ins dar sultana. Er kannte es zwar nicht, aber schon an der nächsten ecke fragte er jemanden, der den weg wusste. Endlich dort angekommen – wir hatten wieder jede Orientierung im Gassengewirr verloren – war die Tür verschlossen. Unsere Führer jedoch klingelte einfach (die Klingel zwitscherte wie ein Vogel) und uns wurde geöffnet. Als wir fragten, ob das Restaurant nicht geschlossen sei hieß es nur, dass die Familie gerade selbst gegessen hätte, wir aber jetzt etwas zu essen bekämen. Wir bestellten Salate, Zitronenhühnchen bzw. Rindfleisch und als Nachtisch Tee und Plätzchen. Während wir uns über die sechs Salate und den Rest des Essens hermachten, saß unsere Führer mit einem Teil der Familie, der das Restaurant gehörte, in einer andere Ecke des überdachten Hofs und sah fern. Ohnehin hatten wir das Gefühl, im Wohnzimmer der Familie zu sitzen. Ständig liefen Leute herein, die durch eine andere Tür wieder verschwanden.



Als wir mit unserer Mahlzeit fertig waren wurden wir von unserem marokkanischen Guide zunächst aus der Altstadt geführt, dann begleitete er uns noch im Taxi bis zum Hotel. Er wollte uns überzeugen doch nach Volubilis zu fahren, doch 30 EUR auszugeben nur um 2 h lang römische Ruinen anzuschauen erschien uns zuviel. So gingen wir schlafen, um am nächsten tag direkt nach Rabat zu fahren.

Fes (27. Tag)

Da das Hotel schon um 1000 Frühstücksende hatte, mussten wir viel zu früh aufstehen. Nach dem Essen ging es los in die Stadt, wo wir einen im Reiseführer angegebenen Rundweg machen und vorher die Karte eines dort empfohlenen Restaurants anschauen wollten, damit wir abends Essen gehen konnten. Vorher wechselten wir Geld an einem Wechselautomaten - wir waren beide überrascht, dass es hier so etwas Fortschrittliches gab.



Das Essen, das uns in besagtem Restaurant angeboten wurde war ziemlich lecker - 300 GELD*Person^-1 müssten wir einrechnen - sodass wir vorsichtshalber nicht reservierten, sondern lieber unseren Rundgang begonnen. Er führte über den Markt, der hier viel beeindruckender war als der in Tanger, da er sich endlos auszudehnen schien.



Auf unserem Weg entdeckte Michael zufällig ein Restaurant, das sogar geöffnet hatte, das Menü sprach uns an: Vier bzw. fünf Gänge für 250 GELD bzw. 300 GELD.

Als ersten Gang gab es marokkanische Salatvariationen, insgesamt acht Teller bekamen wir gebracht. Wir aßen nur unsere Favoriten ganz auf, Michael die geräucherten Auberginen und Vero die Karotten, an denen nicht mit Petersilie gespart wurde, genauso wie bei allen anderen Salaten auch (Rote Beete, Kartoffeln, Zucchini, Weißkohl, Tomate und etwas Undefinierbares).



Als Zwischengang gab es für Michael Linseneintopf, den er sich mit Vero teilte. Dann folgte der erste Hauptgang: Michael bekam Lammkeule mit Reis und einer leckeren, würzigen Sauce; Vero Pastilla, die von außen aussah wie ein mit Zucker und Zimt bestreutes Nachtischgebäck, innen aber mit gewürzten Hähnchen, Gemüse und Mandeln gefüllt war. Die Mischung aus süßem und deftigem Geschmack und der knusprige Teig waren so gut, dass sie diesen Gang aufaß.



Als Hauptgericht hab es schließlich Hähnchenbrust für Michael und Couscous (7 Gemüse und Hähnchen) für Vero. Wir hatten das Gefühl, zu platzen. Doch uns stand noch der Nachtisch bevor: Honigmelone, auf der Zunge zergehende Kekse, Trauben und Tee.

Nach dem Essen rollten wir zurück auf die Strasse um uns den Markt weiter anzusehen.
Als wir die Gemüsegässchen hinter uns gelassen hatten und durch die Klamottenstrasse gingen, wurden wir von einem Tout angesprochen der uns für 10 GELD auf das Dach eines Hauses führte. Wie versprochen hatten wir hier einen Überblick über die gesamte Medina.



Der Mann erklärte Vero auf Französisch einige Gebäude und behauptete kein Führer zu sein, sondern in dem Haus auf dessen Dach wir standen als Weber zu arbeiten. Trotzdem begann er als wir wieder unten waren uns durch die Stadt zu führen – wir wimmelten ihn jedoch mit einem 20 GELD Schein ab und schlenderten weiter über den Bronze- und Goldmarkt. Hierbei verirrten wir uns jedoch vollkommen im undurchschaubaren Gassengewirr der Altstadt. Irgendwie gelangten wir hierbei auf eine größere Straße wo es immerhin eine Apotheke gab. So konnte sich Vero Augentropfen kaufen, da ihr rechtes Auge immer noch rot war. Erst nachdem sie dem Apotheker versprochen hatte am nächsten Tag zum Arzt zu gehen, verkaufte er ihr die Tropfen.

Wir beschlossen uns am Kompass zu orientieren um zurück zum Hotel zu finden, doch es dauerte nicht lange bis wir uns wieder im Gassendurcheinander verliefen, so waren wir froh, dass uns zwei junge Marokkaner gegen eine Packung Zigaretten für 16,50 GELD zum Place de Batha brachten. Der Fußmarsch war ziemlich weit und uns war schleierhaft wie man sich im Wirrwarr aus Sträßchen mühelos zu Recht finden konnte. Nach einer kurzen Pause im Hotel besuchten wir noch einmal den Orangensaftpresser in der Nähe des Internetcafes, dieses Mal wollten wir uns eine ganze 1,5l Flasche füllen lassen. Der Saftpresser schickte uns eine Runde um den Block da etwas länger dauern würde, schätzungsweise 1,5 kg Orangen auszupressen. Wir nutzten die zeit um unsere Wasservorräte aufzufüllen. Danach war unsere Orangensaftflasche erst halb voll, sodass wir schon mal ins Internetcafe gingen. Vero holte nach 10 min den Saft ab, wobei sie gefragt wurde, ob wir erkältet seien weil wir soviel kauften. Sie antwortete, dass wir einfach den Geschmack gut finden.

Nach einer kurzen Internetsession gingen wir noch einen Tee trinken und dabei Leute beobachten. Vero fand den übersüßten Tee grauenhaft, sodass sie sich aufs Leute beobachten beschränkte. Am meisten unterhaltungswert bot der Marokkaner, dem der Fettgebäckstand gegenüber dem Cafe gehörte. Erst war er unfähig die Glühbirne seines Lädchens richtig in die Fassung zu drehen, sodass sie einen ständigen Wackelkontakt hatte. Dann verschwendete er ewig viel zeit damit einen Tisch, den er sowieso nicht benutzte, so mit Ziegelsteinen abzustützen, dass er nicht mehr wackelte. Doch andererseits hatte er ohnehin nicht viel zutun, da er nicht oft einen seiner fettgetränkten Putzlappen verkaufte. So blieb uns genug zeit außer dem stand die vorbeilaufenden Leute und unzähligen herumstreunenden Katzen zu beobachten. Jetzt am Abend sah man auch viele Leute mit normalen Klamotten, statt mit Säcken. Außerdem fiel uns auf, dass total viele händchenhaltende Männer vorbei liefen. Michael vermutete eine Schwulenbar um die Ecke, Vero glaubte, dass das nichts zu bedeuten hätte.

Als um 0030 der Fettgebäckstand immer noch nicht geschlossen war und uns langsam kalt wurde zahlten wir uns gingen schlafen. Erstaunlicherweise vertrugen unsere Mägen bis jetzt die Salate und das ungeschälte Obst vom Vormittag.

Montag, 24. September 2007

Tanger / Fes (26. Tag)

Gleich nach dem Fruehstueck ging es mit dem Petit Taxi, das wirklich klein war (Fiat Uno), zum Bahnhof, der gerade mal zwei Gleise hatte.



Hier begann unsere erste marokkanische Zugfahrt, die fünf Stunden dauern sollte obwohl der Zug "Rapide" hieß. Da wir kein Risiko eingehen wollten, kauften wir Fahrkarten für die erste Klasse, die klimatisiert war. Das waren uns die 2 EUR Aufpreis wert.

Die Fahrt führte vorbei an mit Plastiktüten und Plastikflaschen zugemuellten Feldern. Sonst gab es nicht viel zu sehen. Fast pünktlich kamen wir in Fes an, wo wir ein Petit Taxi zum Hotel nahmen. Michaels Rucksack musste auf dem Dach mitfahren, da er nicht ins kleine Auto passte. Er blieb auch tatsächlich bis zum Ende der Fahrt dort oben liegen.

Das Hotel Batha war viel schöner als das Hotel Continental, trotzdem war es billiger. Michaels Theorie war, dass in Tanger mehr Touristen aus Spanien waren, die nur zwei Tage bleiben wollten und bereit waren, europäische Preise für eine Übernachtung zu zahlen.

Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten, gingen wir zunächst etwas essen, was hier in Fes trotz Ramadan kein Problem war. Für je 50 GELD assen wir Couscous und Tajine mit marokkanischer Suppe als Vorspeise. Die Suppe war nichts Besonderes, das Hauptgericht gut aber schwach gewürzt. Michael vermutet aber, dass wir eher unsere Geschmacksnerven mit den scharf eingelegten Oliven, die es vor dem Essen hab, schon überreizt hatten. Wir liessen es uns also schmecken und futterten nebenbei die Katze, die unter unserem Tisch sass und einen ab und zu mit der Vorderpfote antippte, damit man sie nicht vergass.

Nach dem Essen kauften wir uns als Nachtisch frisch gepressten Orangensaft bei einem Saftpresser am Straßenrand. Dann gingen wir ins Internetcafé, da wir eine Woche Blog nachzuholen hatten. Nach sechs Stunden waren wir fertig. Vermutlich haben wir den Rekord des Cafés gebrochen. Da es schon 0000 war, gingen wir direkt zum Hotel und ins Bett.

Tanger (25. Tag)

Nach einem französischen Fruehstueck im Mosaikgeschmückten Fruehstuecksraum des Hotels



machten wir uns auf den Weg in die Stadt, dieses Mal alle Touts und Drogenverkäufer konsequent ignorierend. Nur auf einen Rucksacktouristen wie wir gingen wir ein, als er uns fragte, wie das Hotel Continental sei und ob es teuer wäre. Auch er war vorher in einer Absteige gelandet, in der er keinesfalls bleiben wollte.
Anschließend liefen wir der Nase nach los Richtung Altstadt, da wir erst einmal eine Bank zum Geldwechseln suchen wollten.



Leider hatten aber alle geschlossen. Nach einem kurzen Blick auf den Stadtplan im Reiseführer hatte Michael den perfekten Rundweg im Kopf, wir liefen also zielstrebig los. Unsere Tour führte durch die Neustadt, hier gab es statt der engen, verwinkelten Altstadtgässchen richtige Strassen, die teilweise sogar Straßenschilder hatten (auf arabisch und französisch). Je weiter wir liefen, desto weniger Touristen und Touts begegneten wir. Nach einer halben Stunde, als die Strasse eher das Aussehen eines betonierten Feldwegs annahm und außer Einheimischenwohnhäusern am Straßenrand nichts mehr zu sehen war, merkten wir, dass wir uns anscheinend verlaufen hatten. Nachdem wir mit Hilfe des Kompass und der Karte festgestellt hatten, dass wir uns 2 km vom Stadtzentrum entfernt hatten, beschlossen wir, bis zum Meer, das schon in Sichtweite war, zu gehen und am Strand zurückzulaufen. Wir schleppten uns also mittlerweile eher lustlos das letzte Stück unbefestigten Weg entlang. Links und rechts von uns war Brachland, auf dem marokkanische Kinder Fußball spielten und ein einsamer Esel stand, der aussah, als würde er gleich sterben.



Der Strand entpuppte sich als schmaler Sandstreifen, der nur von Anglern benutzt wurde. Auf beiden Seiten war er von einer felsigen Steilküste begrenzt, in der in einer Höhle ein Eremit (oder Obdachloser) mit seiner Katze wohnte. Da wir also offensichtlich nicht am Strand zurückgehen konnten, kehrten wir um, um den plastikmuelluebersaeten Weg nun in umgekehrter Richtung zu gehen.
Als wir wieder in der Altstadt waren, gingen wir zur Kasbah, die sich aber als eher langweilig und unspektakulär herausstellte. Das Innere des Palastes besichtigten wir erst gar nicht, da es nur eine Ausstellung marokkanischer Kunst beherbergte. Stattdessen meldete sich langsam Michaels Magen, wir mussten also etwas zu Essen beschaffen. Das stellte sich jedoch als gar nicht so einfach heraus.
Nach einer halben Stunde Durchkämmen der Innenstadt und Nachfragen bei mehreren Cafés sahen wir ein, dass es wegen dem Ramadan unmöglich warm vor Einbruch der Dunkelheit etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Michael sah sich aber nicht imstande, vier weitere Stunden auszuhalten, ohne dass sein Magen anfangen würde, sich von Innen zu verdauen. Da weit und breit auch kein Supermarkt in Sicht war - sowas gab es hier anscheinend sowieso nicht, nur die riesigen Märkte, auf denen man wirklich alles kaufen konnte - mussten wir in einen der kleinen Tante Emma-Läden gehen. Hier kauften wir arabische Frosties und 1 L Milch, wobei wir feststellten, dass die Kelloggspackungen hier andere Tiere auf der Vorderseite hatten, Kaum hatten wir den Laden verlassen, merkten wir, dass die Kelloggs abgelaufen waren. Michael wollte sie umtauschen, doch frischere als die seit einem Vierteljahr verfallenene Frosties konnte uns der Laden nicht anbieten.

Zurück im Hotel ass Michael trotzdem die ganze Packung Vero fand noch Erdnüsse in den Tiefen ihres Rucksacks, zu denen sie einen Teil der schon leicht sauer schmeckenden Milch trank.

Nach unserer Mahlzeit war unsere Laune zwar wieder besser, doch von der dreckigen Stadt voll schlecht gelaunter weil fastender Menschen hatten wir erstmal genug. Da wir Pro7 empfingen und gerade Men in Black 2 gefolgt von Kill Bill 2 kam, beschlossen wir, den Rest des Abends mit Filme schauen zu verbringen.

Dienstag, 18. September 2007

Algeciras / Gibraltar / Tanger (24. Tag)

Unser Drei-Länder-zwei-Kontinente-Tag begann viel zu früh. Nach Sattessen am riesigen, nicht besonders guten Frühstücksbuffet (kaltes Rührei, statt Saft nur Brause) ging es los, Fährtickets kaufen. Der Mann bei der Acciona meinte aber, die letzte Fähre würde schon um 1600 fahren und wir sollten um 1400 wiederkommen, um Tickets zu kaufen. Somit war klar, dass wir auf den Rabatt verzichten mussten, Da wir so früh nicht aus Gibraltar zurück sein würden. Wir kauften also in einem Reisebüro zwei Karten für die Balearesfaehre da hier die letzte um 1900 ging. Dann machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof, wo es uns gelang, dank Interrailticket kostenlos nach La Línea zu fahren, von wo aus man über die englische Grenze laufen konnte. Nachdem wir die Schlange an der Passkontrolle überwunden hatten, hieß es gleich noch einmal warten. Da man auf dem Weg nach Gibraltar die Start- und Landebahn des dortigen Flughafens überqueren musste und gerade ein Flugzeug startete, sodass die Schranke geschlossen war.



In Gibraltar liegen wir durch die Fußgängerzone Richtung Seilbahn, wobei wir feststellten, dass in der Stadt nur – meist englische – Touristen herumliefen.
Auf dem Weg zur Seilbahn tat sich uns eine Alternative auf: Eine Minibusrundfahrt zum gleichen Preis. Weil wir es zeitlich nicht schaffen würden, zum Affenfelsen und zur St. Michael's cave zu laufen, entschieden wir uns für den Bus. Die Tropfsteinhöhle



und der Great Siege Tunnel



waren eher langweilig, doch der Affenfelsen war wirklich lustig. Die Affen kletterten überall herum, am liebsten sprangen sie auf die Minibusse und ließen sich ein Stück weit mitnehmen, am Ende stieg sogar ein Affe in unseren Minibus ein, den der Fahrer erst wieder heraus scheuchen musste.



Wenn man wollte, konnte man sich auch einen Affen auf die Schulter setzen lassen, was wir aber bleiben ließen, da die Affenaersche nicht so aussahen, als hätten sie schon mal Klopapier gesehen.

Nach der Rundtour gingen wir noch Fish & Chips essen bevor wir zurück mussten. Vom Flughafen aus riefen wir noch zu Hause an, um Grüße aus England zu bestellen, bevor es nach Algeciras ging.



Hier holten wir unser Gepäck vom Hotel und gingen zum Hafen, der Check-In für unser Boot hatte noch nicht begonnen, sodass wir rumsaßen und warteten. Eine halbe Stunde vor abfahrt machte endlich der Schalter für die 1900-Faehre auf, die uns aber nicht mitnehmen wollte, weil sie von einer anderen Gesellschaft war. Die letzte Balearesfähre war seit drei Stunden weg, der Mann im Reisebüro hatte uns angelogen. Jetzt brach Stress aus. Michael rannte los, um die Balearestickets umzutauschen und versuchte, eventuell noch günstige Tickets für die Accionafaehre zu bekommen, die noch im Hafen lag, was teilweise leider nicht ging. So mussten wir die -Fähre nehmen, die leider keine Fast Ferry war.
Der Check-In war lächerlich, obwohl die Geräte vorhanden waren, wurde unser Gepäck nicht durchleuchtet sondern nur unsere Pässe kontrolliert. Auf der fast leeren Fähre stellten wir unser Gepäck ab und nutzten das letzte Tageslicht um oben auf dem offenen Deck einen letzten Blick auf Gibraltar und auf Europa zu werfen. Über Gibraltar hing die typische riesige Wolke, die für englisches Wetter auf der Landspitze sorgte.



Während wir noch draußen standen, kam eine Durchsage auf spanisch, arabisch und französisch, dass man der marokkanischen Polizei seinen pass zeigen sollte. Es kam aber kein Polizist vorbei, sodass wir das ganze vergaßen. Nach zwei Stunden Überfahrt legten wir in Tanger an, doch der Polizist am Ende der Brücke wollte uns nicht ins Land lassen. Wir hätten auf dem Schiff unsere Pässe stempeln lassen müssen. Also mussten wir wieder einsteigen und den Polizeischalter suchen, der leer war. Ein Besatzungsmitglied fand und sagte, wir sollen ihm folgen. Wir sollten an der Rezeption warten, da die Polizei angeblich gerade im gebetsraum war. Dann ließ er uns allein. Nach einigen Minuten kam eine Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmützenabzeichenannäherin die sagte, es wäre keine Polizei mehr an Bord, wir müssten eine Stunde warten, bis die nächsten Passagiere einsteigen. Die zeit nutzten wir sinnvoll, indem Michael erstmal seine Handy mit Schiffsstrom auflud und wir unsere Uhren zwei Stunden zurückstellten. Nach 30 min kam ein unscheinbarer Mann in Zivilkleidung, der sich als der Polizist entpuppte, der unsere Auszuschneuzenden stempeln sollte. Als wir endlich alles beisammen hatten, konnten wir schon wieder nicht das Schiff verlassen, weil die Gangway schon zurückgefahren war. Nach einigem Umherirren kam ein Mann, der auf dem Schiff gearbeitet hat und keinen sonderlich guten Job hatte, der uns über das Hauptdeck nach draußen führte. Nachdem ein weiterer ebenso unscheinbarer Polizist unsere jetzt gültigen Ausweise kontrolliert hatte durften wir endlich marokkanischen Boden betreten. Wir standen jetzt mitten in der Cargo City, in der uns nur noch LKWs um die Ohren rauschten, da wir den Autoausgang benutzt hatten und brauchten ewig, um den Fussgaengerausgang aus dem Hafen zu finden.

Kaum waren wir draußen, wurden wir von einem der Touts aufgegabelt, vor denen uns der Reiseführer gewarnt hatte. Er zeigte uns, wo wir Geld wechseln konnten, erst dann ließ er sich davon überzeugen, dass wir weder ein Taxi noch sonstwas brauchten. Geld gaben wir ihm keins. Wir liefen in Richtung Hotel, dessen Leuchtschrift wir vom Hafen aus schon sehen konnten. Auf dem Weg fragten wir einen Polizisten nach der genauen Route, die er Vero zweimal auf französisch erklärte und ihr tausendmal sagte, wie gefährlich die eine Straße auf dem Weg dorthin wäre und dass wir lieber ein Taxi nehmen sollten. Also fragten wir den Fahrer eines Grand Taxis, der 30 MAD wollte aber meinte, wir sollen lieber laufen. Kaum hatten wir die ersten Schritte gemacht, kam ein weiterer Tout, der viel aufdringlicher war als der erste. Er wollte uns unbedingt zum Hotel Marmora bringen, dass unsere Zweitwahl war, doch hier bekamen wir einen kleinen Schock. Das Hotel war heruntergekommen, die Zimmer rochen als wären sie seit Monaten nicht benutzt, es gab nur ein Waschbecken und eine Dusche hinter einem Vorhang im Zimmer und vor dem Hotel lief uns eine Kakerlake über die Füße. Da der Zimmerpreis nur 100 MAD unter dem des Hotels Continental lag. Wo wir eigentlich hinwollten lag, lehnten wir ab. Als wir ankamen wurden wir auch den nervigen Tout los, der nach wie vor verkuendete, das Hotel Marmora sei das beste Hotel der Stadt.

Im Hotel Continental hob sich unsere Stimmung wieder, es war gepflegt. Renoviert und man hatte ein anständiges Bad. Nur hatte Michael Angst, dass aus dem Loch im Holzfußboden nachts Kakerlaken kämen. Das vergaß er bald, da wir beide so müde waren, dass wir sofort schlafen wollten. Das war nicht so einfach, denn da Ramadan war, war in der ganzen StadtParty und am Hafen veranstalteten alle Schiffe den Wer-hat-das-lauteste-Nebelhorn-Contest.

Montag, 17. September 2007

Ronda / Algeciras (23. Tag)

Wir nutzten das Angebot von Botz aus, einmal ausschlafen zu dürfen. Als wir es schließlich geschafft hatten, die tückischen Duschen zu überlisten – wenn einer wärmer stelle, wurde das Wasser beim anderen eiskalt – gingen wir zum Frühstück. Es gab Brot, Marmelade, Cornflakes und – wie es sich für einen Engländer gehört – Ham und Eggs. Als selbst Vero, die eine Fressattacke hatte, satt war, stiegen wir noch auf die Dachterrasse, von der aus man einen wunderschönen Blick über die Sierra Nevada



und auf Botz' Selbstversorgergarten



hatte.

Danach nahm uns Botz mit nach Ronda, wo er uns am Busbahnhof absetzte, denn ironischerweise darf man hier Gepäck einschließen, was in Zugbahnhöfen gesetzlich verboten ist.

In Ronda ergötzten wir uns zwei Stunden lang an der angeblich 100 m tiefen Schlucht, die Alt- und Neustadt teilte. Messungen mit Stein und Stoppuhr ergaben allerdings eine Tiefe von 108 m (Mittelwert; Δh= ±10 m).



Als Vero mit den Nerven am Ende war, weil Michael immer wenn sie nicht hinschaute auf die Begrenzungsmauer des Abgrunds stieg um todesmutig Fotos zu machen, traten wir den Rückzug an.



Michael wollte hierbei noch kurz einen Abstecher zu McDonalds machen, um aufs Klo zu gehen, er kam natürlich mit Burger in der Hand wieder. Auf dem Weg zur Busstation begann es traditionsgemäß zu rieseln, jedoch zum Glück nicht allzu stark und als wir am Bahnhof ankamen hatte aes auch schon wieder aufgehört. So traten wir unsere letzte Interrailzugfahrt nach Algeciras an, wieder mit der Regionalbahn. Dort angenommen liefen wir schnurstracks zu dem von uns schon vorher ausgewählten Hotel. Doch statt 50 EUR wollte die Frau an der Rezeption 87 EUR. Anscheinend war also der Preis, den wir im Internet gesehen hatten ein Sonderangebot. So leicht wollten wir uns jedoch nicht abwimmeln lassen, sodass Michael ein Internetcafé suchte, wahrend Vero an einer Straßenecke auf das Gepäck aufpasste. Nach einer Dreiviertelstunde kehrte er zurück, nach längerem googeln war er schließlich auf einer spanischen Seite gelandet, auf der der Name des Hotels stand und auf der er auf gut Glück irgendwas in die spanisch bezeichneten Felder eingetragen hatte. Als er fertig war, wollte er die Buchung ausdrucken, doch der Drucker funktionierte nicht.

Schwer gespannt, ob das alles jetzt funktioniert hatte und vor allem, was Michael da gebucht hatte, gingen wir zurück ins Hotel und sagten derselben Frau wie vorhin, dass wir reserviert hätten. Sie hatte das Fax gerade eben bekommen und schon hatten wir 37 EUR gespart.

Nachdem wir unsere Sachen abgelegt hatten gingen wir zum Hafen um Fährtickets nach Tanger zu kaufen. Doch Acciona, die Gesellschaft, mit der wir fahren wollten, da sie Rabatt auf Interrailtickets gewährte, hatte schon geschlossen. Die Reisebüros hatten noch geöffnet, jedoch konnten sie den Rabatt nicht geben. So beschlossen wir, den Ticketkauf auf den nächsten Tag zu verschieben. Wir gingen noch zu Supersol, um die Zutaten für das Abendessen zu kaufen.



Wir kochten uns Nudeln mit warmer Salsasoße, die hier als BBQ-Soße verkauft wurde und von uns mit Knoblauch, Oliven und Peperoni aufgepeppt wurde.
Nach dem Essen und spülen schauten wir noch kurz spanische Spielshows im Fernsehen bevor wir schlafen gingen

Granada / Ronda (22. Tag)

Vero stand um 0700 auf, wild entschlossen, heute an Alhambratickets zu kommen. Michael kam wie erwartet nicht so leicht aus dem Bett. Trotzdem waren wir schon um 080ß0 beim Frühstück, das als Special gegenüber dem klassischen spanischen Hostelfrühstück noch Waffelteig hatte, sodass man sich frische Waffeln machen konnte.
Um 1000 hatten wir ein zweites Mal den Alhambraberg erklommen – und wieder waren alle Karten für den Nasridenpalast weg. Wir mussten und also damit begnügen, den Generalife



und den Alkazar zu besichtigen.



Als wir nach frei Stunden genug hatten, machten wir uns auf den Weg zum Ausgang, dich dabei konnten wir der Versuchung nicht wiederstehen, statt den Salidaschildern dem "Durchgang verboten"-Schild zu folgen. Nachdem wir einen Schotterweg durchs Niemandsland gefolgt waren, kamen wieder Gebäude in Sicht: Die Verwaltung und der Mitarbeiterparkplatz der Alhambra. Es musste also auch hier einen Ausgang geben, den wir schließlich auch entdeckten. Ein elektrisches Tor, bei dem wir nur warten mussten bis von außen ein Auto kam, sodass wir flüchten konnten, bevor das Tor sich wieder schloss. Ein bisschen ärgerten wir uns schon, jetzt erst den Geheimeingang gefunden zu haben.

Auf dem Weg zum Hostel aßen wir ein Eis, dieses Mal bei einer anderen Heladeria mit viel größeren Portionen und viel besserem Schokoladeneis. Im Hostel schlief Michael noch eine Runde, wahrend Vero am Computer saß und Wasser kaufen ging (in der Stadt, nicht im Internet).

Kurz vor wir losgingen aßen wir nochmal beim Kebab um die Ecke, wobei wir durchs Fenster den Drogenhandel auf der Straße beobachteten. Als wir uns im Hostel mit unserem Gepäck beluden, begann es zu schütten wie sonstwas. Langsam konnte uns niemand mehr erzählen, dass es in Andalusien fast nur Sonnentage gab. Wir fanden uns also damit ab, mal wieder nass im Zug sitzen zu müssen, dieses Mal eine Regionalbahn, für die wir immerhin keine Reservierung kaufen mussten. Dafür hab es auch keine Audiculares und keine Ansage der Bahnhöfe, sodass man sich an der Uhr orientieren musste, wenn man wissen wollte, wo man war. So gelang es uns auch, richtig in Ronda auszusteigen. Michael hatte schon den ganzen tag Kopfschmerzen, sodass wir froh waren, einfach den Hotelbesitzer anrufen zu können, der uns mit dem Auto abholte.



Botz war ein netter Engländer, der ein typisches Berghäuschen in der Sierra Nevada besaß. Über enge, holprige Serpentinen fuhr er uns dorthin. Dort tranken wir erstmal ein Bier mit Botz – wir waren die einzigen Gäste, erst am Wochenende werde es voll werden – dann machten wie einen Dorfrundgang. Wie erwartet war außer zwei klaffenden Hunden und einer fast leeren Garagenbar nichts los. Wieder zurück setzten wir uns noch bis 0100 an den Computer um zu bloggen, ehe wir ins Bett unseres Hüttenstylezimmers gingen.

Córdoba / Granada (21. Tag)

Mit dem Altaria sollte es um 0945 nach Granada gehen. Doch heute war das Schicksal gegen uns, als wir das Hostal verließen, begann es zu regnen. Leider keinen Nieselregen, sondern eimerweise vom Himmel kommendes Wasser. Als wir schließlich durchnässt an der Bushaltestelle ankamen, stellte sich heraus, dass es zur Circular zum Bahnhof keine Gegenrichtung gab, So liefen wir im Eiltempo durch strömenden Regen und mit schwerem Gepäck zum Bahnhof, wo wir in letzter Minute unsere Reservierung kauften.

Als wir endlich abgehetzt und nass auf unseren Zugplätzen saßen passierte nichts mehr: Der Zug fuhr nicht los, die Stewardess kam nicht, um Audiculares zu verteilen, das Licht ging übrigens auch nicht. Auch die Züge auf den Nachbargleisen bewegten sich nicht vor oder zurück. Nach 45 min kam eine Durchsage dass es ein Problem mit dem Zugmotor (das komischerweise die beiden Nachbarszüge auch beeinflusste) gab, sodass wir erst einmal nicht losfahren konnten. Nach einer weiteren halben Stunde Rumsitzen kam ein Renfickmann, der etwas von Aussteigen und Bus erzählte, allerdings nur auf Spanisch. Doch kurz danach kam sein Kollege, der uns auf Englisch erklärte, dass wir aussteigen und zu einem Ersatzbus auf dem Bahnhofsvorplatz müssten. Als wir unser Gepäck endlich dorthin verfrachtet hatten, durften wir noch nicht einsteigen, eine weitere Viertelstunde verstrich. Dann begann eine Busfahrt des Grauens: Der Bus war noch enger als der von Faro nach Sevilla, die Luft war schlecht und Stadt über die Autobahn fuhren wir die sich in Serpentinen schlängelnde Nationalstraße entlang. Michael schaffte es irgendwie zu schlafen, Vero langweilte sich, da ihr beim Lesen oder Schreiben schlecht wurde.

Total verspannt kamen wir um 1500 endlich in Granada an. Hier gelang es uns erst nach längerem Suchen, die richtige Bushaltestelle, von der aus wir in die Nähe des Hostels fahren konnten, ausfindig zu machen. Im Oasishostel, das mitten im berühmten, verwinkelten Araberviertel Albayzin lag. Entspannten wir uns jedoch. Die Frau an der Rezeption war Deutsche. Nachdem wir unsere Sachen im 12er-Zimmer abgelegt hatten – leider hatten wir beide die obere Etage eines Stockbetts erwischt, die keine Begrenzung hatte - gingen wir erstmal zum Kebabessen um die Ecke. Ein Mann hier konnte sogar Deutsch, da er sieben Jahre in Deutschland gelebt hatte. Nachdem Michael zwei Kebab und Vero eine Portion Falafel und anschließend arabische Süßigkeiten verdrückt hatten, fühlten wir uns genug gestärkt, um den Bergaufstieg zur Alhambra auf uns zu nehmen, nach großer Anstrengung erfuhren wir, dass es für heute keine Tickets mehr gab, weder das Gesamtticket noch das Ticket ohne den Nasridenpalast.



Frustriert irrten wir vor dem Eingang umher und überlegten. Ob wir einfach versuchen sollten, durch den schlecht bewachten Gruppeneingang einzubrechen. Da wurden wir abermals auf Deutsch angesprochen "Habt ihr auch keine Tickets auch mehr bekommen?" Ein Pärchen aus Essen war ebenso wie wir leer ausgegangen. Wir liefen mit ihnen noch ein Stück die Alhambramauer auf der Suche nach einem Geheimgang entlang, doch ergebnislos. Schließlich beschlossen wir es morgen Früh noch einmal zu versuchen und uns um 0800 noch einmal in die Schlange zu stellen.
Den Rest des Tages spazierten wir durch Granada, das mittlerweile in Michaels Top 3 der von uns besuchten Städte aufgestiegen war, da es hochmoderne LED-Ampeln gab, bei denn der Fussgängerteil sogar einen Countdown hatte.



Außerdem hatte das Hostel keine Schlüssel sondern Chipkarten.

Als Betthupferl wollten wir uns noch ein Eis kaufen, also gingen wir ins nächstgelegene Eiscafé und lasen uns erst einmal die Sorten durch. Vero entschied sich für Chocolate und Jerez, wobei Jerez wie Málaga schmeckte. Michael wollte die Sorte Horchata, doch die Bedienung gab ihm einen Becher mit Horchata-Getränk, da wir falsch auf der Karte geschaut hatten und Horchata keine Eisssorte war. Er kaufte sich aber dann doch noch Jerezeis.

Erstaunlicherweise fiel in der Nacht auch keiner aus seinem Stockbett.

Córdoba (20. Tag)

Heute machten wir einen großen Stadtrundgang, auf dem wir alle Sehenswürdigkeiten Cordobas abklapperten: Die Mezquita Catedral,



die wir auch von innen sahen, die eher erbaermliche Callejeta de las Flores



und den schönen Barockgarten der Festung.



Hier ließ sich Michael nicht davon abhalten, alle Früchte, die er finden konnte, zu pflücken, aufzuschneiden und zu probieren. Wenigstens weiß er jetzt, dass Pomeranzen zwar wie Orangen aussehen, aber keineswegs so schmecken.

Als wir unsere Touristenpflicht erfüllt hatten, gingen wir zum Corte Inglés, um Wasser für den nächsten tag zu kaufen. Unser verstecktes Bier war leider nicht mehr im Orangensaftkühlschrank, in dem jetzt sowieso nur noch Gazpachotüten standen.
Nach der Supermarktabteilung machten wir noch einen Abstecher in die Fotoabteilung, wo man an einem Automaten Digitalfotos ausdrucken konnte. Das wollte Michael für eine originelle Postkarte ausnutzen. Als wir vor dem Automaten standen, wurden wir auf einmal angesprochen: "Kann ich Ihnen helfen?". Wir erschraken zuerst, weil jemand auf Deutsch mit uns redete, doch dann stellten wir fest, dass es nur der Cortefotoabteilungsmann war, der mit uns sprach. Bei ihm bezahlten wir auch und ließen uns von ihm erklären, wo das nächste Internetcafé war.

Am Plaza de las Tendillas fanden wir es aber erst nachdem wir nochmal an der dortigen Tourismusinformation fragten. Wir wurden in ein überfülltes Café mit steinalt aussehenden Rechnern geschickt. Als wir nach kurzem Warten an einen Computer kamen, begann der Alptraum. Windows 98 auf 350 MHz-Pentiums. Die Alhambrakartenvorbestellung war so undurchsichtig, dass wir wieder leer ausgingen und das Bloggen machte am Schrottrechner auch keinen Spaß. Dass wir für die Stunde nur 1,80 EUR zahlten, riss es auch nicht raus, da wir für alles mindestens die doppelte Zeit brauchten. Als Rache gingen wir nicht ohne den obligatorischen Windows98-c:\con\con–Bluescreen auf mehreren Rechnern zu verursachen.

Auf dem Weg zu dem Restaurant, das wir uns schon nachmittags ausgesucht hatten, um noch einmal Tapas zu essen kaufte sich Vero Augentropfen, da das Jucken aus Madrid mittlerweile zur Konjunktivitis geworden war. Wir aßen die Tapasplatte für zwei Personen mit Schinken, Chorizo, Zucchini, Gazpacho, Croquetes, frittierten Sardellen, Tintenfischringen und noch weiteren Kleinigkeiten, die wir nicht genau definieren konnten. Satt gingen wir früh ins Bett, da wir am nächsten Morgen aufstehen mussten.

Faro / Córdoba (19.Tag)

Heute hieß es mal früh aufstehen, da wir schon um 0920 mit dem Zug Bus von Faro nach Sevilla fuhren. Die ZugBusfahrt war die Hölle, da der Sitzabstand viel zu klein war und selbst Vero die Beinfreiheit fehlte. Michael konnte seine Fuesse gar nicht erst vor sich stellen. Als wir nach scheinbar endloser Fahrt (3,5 Stunden) in Sevilla am Bahnhof Busbahnhof ankamen, standen wir vor dem nächsten Problem: dem Weg zum Renfickbahnhof. Vero lief los, um eine Lösung zu finden, Michael bewachte das Gepäck. Nach 20 min kam sie zurück, jetzt wissend, welchen Bus wir von welcher Haltestelle aus nehmen mussten, um zum Bahnhof zu kommen. Michael hatte unterdessen eine russische Familie aus Marburg kennengelernt, die ihm von Sevilla und Granada, wo sie schon war, erzählte. Sevilla sei schöner als Granada und die Karten für die Alhambra sollte man sich am besten vorher im Internet reservieren. Außerdem gaben sie ihm eine Sevillakarte, sodass er sich zum Bahnhof durchschlagen konnte.

Als wir endlich an der Renfickstation ankamen, blieben uns noch 10 min bis zur Abfahrt unseres Wunschzuges, dem AVE um 1600 nach Córdoba.



Ausnahmsweise war das Glück mal auf unserer Seite, sodass Vero noch rechtzeitig die Reservierungen am Schalter kaufen konnte. So waren wir bereits um 1645 in Córdoba, wo wir noch keine Bleibe hatten, Wein kurzer Rundgang in der Bahnhofsgegend brachte kein Ergebnis, sodass wir beschlossen, bei einem im Reiseführer angegebenen Hostal anzurufen. Es hatte auch noch ein Zimmer für uns frei, sodass wir schon mal ein Bett hatten. Allerdings mussten wir dafuer in die Altstadt. Da wir am Bahnhofsvorplatz keine Busse sahen, fragten wir einen Taxifahrer, wie viel er für die Fahrt wolle. Er meinte, er würde 8 EUR nehmen, mit dem Bus wären es nur 1,90 EUR. Er sagte uns noch, welche Busnummer und welche Haltestelle und wir machten uns auf den Weg. Als endlich ein leerer Bus ankam, öffnete der Busfahrer die vordere Tür, doch als Vero einsteigen wollte, versperrte er ihr grinsend den Eingang, stieg selbst aus und sperrte den Bus ab. Wir guckten dumm aus der Wäsche. Nach 5 min kam der Busfahrer wieder, dieses Mal ließ er uns einsteigeb, nach kurzer Fahrt kamen wir an den Tendillas an, von wo aus wir nur noch kurz zum Hostal laufen mussten.

Das Hostal Séneca stellte sich als eines der typischen córdobesischen Häuser mit blumengeschmückten Patios heraus.



Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gingen wir zum Corte Inglés. Hier kauften wir Nudeln und Rahmspinat, außerdem suchten wir uns jeder ein Bier aus, nachdem wir festgestellt hatten, dass es hier aus fast jedem Land ein Bier gab. Vero suchte sich ein kubanisches, Michael ein japanisches Bier aus, das wir hinter dem Orangensaft im Kühlschrank versteckten und am nächsten Tag abholen wollten. Auf dem Weg nach draußen wollten wir noch zwei Dinge erledigen: Erstens eine Corte-Kundenkarte organisieren und zweitens von der Computerabteilung aus die Alhambratickets bestellen. Die Cortekarte war nicht leicht zu bekommen, da die Anmeldebögen nirgends auslagen, sodass wir beschlossen, vorerst zu verzichten. Mit dem Internet hatten wir mehr Glück, wir hatten die Karten schon fast bestellt, als eine Corte-Frau kam und uns von dem Laptop wegschickte, der leider der einzige mit Internet war. Frustriert gingen wir ins Hostal, wo wir noch Nudeln und Spinat kochten, bevor wir schlafen gingen.

Faro (18.Tag)

Heute standen wir einigermaßen zeitig auf, weil wir erst zu Superali und dann zur Ilha Deserta wollten, zu der es nachmittags keine Boote mehr gab. Das irritierte Geraldo sicher, denn er meinte schon gestern Abend "Michael, I heard you like to sleep long".

Nach einer halbstündigen Katamaranfahrt durch die Insellandschaft vor Faro – alles Vogelinseln – setzte uns das Boot auf der Ilha Deserta ab, die wirklich sehr deserta war.



Außer einem Restaurant gab es nichts auf der Insel. Wir gingen direkt zum fast leeren Strand – es war so wenig los, dass die Lifeguards Karten spielten. Als wir den perfekten Platz am Rande der Dünen gefunden hatten, machten wir es uns gemütlich. Leider war es auf der Insel windiger als am Festland und der Strand ziemlich steil abfallend, sodass wir heute nicht ins Wasser gingen. Wir genossen lieber die ruhe am fast menschenleeren Strand, unsere Motivation war nicht einmal groß genug, Muscheln zu sammeln, da wir auch keine Lust hatten, diese den Rest des Urlaubs im ohnehin nicht leichten Gepäck mit uns herumzutragen. Auch wenn diese Insel anscheinend ein Paradies für Muschelsammler war, da es kaum Konkurrenz gab, sodass der Strand vorne mehr aus Muscheln als aus Sand bestand.

Wir fuhren um 1800 zusammen mit allen anderen Menschen, die sich auf der Insel befanden (ca. 40) auf dem Boot zusammen zurück nach Faro. Im Hotel kochten wir uns zunächst unser Lieblingsessen Aglio & Olio, heute unter Einsatz drei kleiner Fläschchen Olivenöl, danach wagten wir uns an die Dose, die wir im Superali gekauft hatten. Da wir beide kein Portugiesisch konnten, hatten wir die gekauft, auf der vorne ein Chili con Carne-ähnliches Bild war. Als wir die Dose öffneten und Michael der Geruch in die Nase stieg meinte er "hmmm, garnichtmalschlecht", doch als wir den Doseninhalt in den Topf schütteten, änderte er so schlagartig seine Meinung, wie es Vero übel wurde. Was uns da entgegen lachte waren uns von zahlreichen Supermarktbesuchen her wohlbekannte Innereien. Wir entsorgten den Eintopf also schnellstmöglich und aßen die restlichen Nudeln lieber pur. Trotz des Essenschocks waren wir aber zufrieden nach einem weiteren Gammeltag, auch wenn Michael laut Vero leichten Sonnenbrand hatte (der sich bis heute nicht schälte), weil er sich trotz ihren Warnungen nicht eincremen wollte.

Faro (17.Tag)

Wir nutzten es aus, mal nicht aufstehen zu müssen und schliefen aus. Danach wollten wir zum Praia de Faro. Unten in der Hotelhalle trafen wir einen zweiten lieben Mann, der uns den Weg zu Superali sagte – Superali sollte uns für den Rest der Farozeit mit Lusowasser und Essen versorgen.

Der Weg zum Strand stellte sich als nicht allzuleicht heraus, nachdem wir nach längerem Suchen endlich die richtige Bushaltestelle gefunden hatten, kam ewig kein Bus. Als wir schon fast aufgegeben hatten, kam er doch und nach ca. 30 min Fahrt wurden wir zusammen mit weiteren Touristen am Strand abgesetzt.



Wir freuten uns, endlich mal richtig mit Badesachen in der Sonne zu liegen.


Eine Erdbeere



Wir stürzten uns sogar in die Atlatnikwellen, auch wenn das Wasser nur gefühlte 19°C hatte. Nach einer kurzen Matschschlacht ließen wir uns noch von der Abendsonne trocknen und fuhren dann mit dem Bus zurück nach Faro. Vero war total platt und schlief ein, während Michael schon die Dusche versandete.



Während Sie sich die Strandreste aus den Haaren, dem Bauchnabel etc. spülte kochte Michael auf dem Balkon schon Spargelcremesuppe. Als zweiten Gang gab es noch Hühnerbrühe mit Nudeln auf portugiesische Art, auch wenn es eine Knorrpackung war schmeckte sie etwas anders als bei uns, war aber garnichtmalschlecht.

So wurde ein entspannter Tag mit einem gelungenen Essen beendet, auch wenn Vero seltsamerweise an noch keinem Tag so müde war wie an diesem.

Lissabon / Faro (16.Tag)

Unser zweiter Tag in Lissabon begann mit dem typischen Hostelfrühstück aus Toast, Butter, Marmelade und Kaffee. Danach jagte Vero Michael den Berg zu Castello hinauf. Hier verschafften wir uns erst einmal kostenlosen Eintritt, es interessierte niemanden, dass wir durch den Ausgang hereinspazierten, da der Wachmann ins Gespräch mit einem anderen Angestellten vertieft war.



Im Castello bzw. seinen Resten konnten wir außer einer tollen Aussicht auf die ganze Stadt und Rundgängen über irre hohe Mauern mit zu niedrigem Geländer nicht viel genießen. So machten wir uns nach einer oder zwei Stunden wieder auf den Rückweg - hier trafen wir auch Michael wieder, mit dem wir uns kurz unterhielten und der mit seiner Kamera ein Erinnerungsfoto von uns machte.

Zurück in der Stadt hieß es erst einmal Futter fassen im McDonalds. Michael musste natürlich unbedingt den Aktionsburger Too Cheese probieren, der wirklich sehr, sehr cheese war. Anschließend gingen wir zurück ins Hostel, da die Zeit bis zur Abfahrt nicht mehr reichte um die Brücke, die wie die Golden Gate Bridge aussah, von Nahem zu besichtigen.



Michael hielt eine ausgedehnte Siesta im Sitzsack während Vero Internet surfte. Eine Stunde vor Abfahrt weckte sie Michael um los zum Bahnhof zu gehen. Vorher wollte er aber noch die gute Internetverbindung ausnutzen und die Lissabon Fotos hochladen. Das dauerte doch länger als erwartet, sodass wir ziemlich in Zeitnot kamen und es nicht mehr schafften am Bahnhof den IC Zuschlag zu bezahlen. Vero hatte im Zug laufend Angst dass der Kontrolleur uns rauswerfen würde und wir nach Faro laufen müssen, da dies der letzte Zug des Tages war. Als nach zwei Stunden immer noch kein Schaffner war entspannte sie sich – doch zu früh. Wir mussten für je 4 EUR eine Reservierung nachkaufen, als wir kontrolliert wurden. Immerhin wurden wir nicht am nächsten Bahnhof rausgeschmissen. Als wir im 2100 in Faro ankamen – der Bahnhof war nicht viel grösser als der in Bodenheim – wurden wir vom lieben Mann a.k.a. Geraldo angesprochen. Er bot uns ein Hotelzimmer für 35 EUR * Nacht^-1 an. Erst waren wir skeptisch auch wenn der Preis wirklich verlockend war, da niedriger als der der Jugendherberge war. Wir fuhren also mit dem lieben Mann im halbauseinanderfallenden Hotelauto zum Hotel um uns das Zimmer einmal anzuschauen. Unterwegs gab er uns erste Tipps was wir in Faro alles machen konnten. Da er sehr nett war und das Zimmer sogar einen Balkon hatte, entschieden wir uns hierzubleiben. Der liebe Mann gab uns noch Prospekte und hatte jede Menge weitere Tipps für Michael, den er ständig mit Namen ansprach.

Bei einem Abendessen in McDonalds entschieden wir uns schließlich dafür, Sevilla zu Gunsten Faros zu streichen. So hatten wir einen Tag für den normalen Strand und einen Tag für die Ilha Deserta. Der liebe Mann freute sich natürlich auch, dass wir länger bleiben wollten.

Freitag, 14. September 2007

Lissabon (15. Tag)

In Lissabon angekommen ueberlegten wir, wie wir am besten zum Hostel kommen koennten. Michael, der in einem Hostel in der Naehe untergebracht war wollte laufen, sodass wir bschlossen mit ihm zu gehen. Der Weg war doch nicht so kurz wie gedacht, weshalb wir am Placa Comercial eine Foto und Ruhepause einlegten.



Danach ging es durch die Altstadt zum Hostel, wo wir allerdings erst nachmittags einchecken konnten, was Michael nicht weiter stoerte, denn es gab freeInternet, Sitzsaecke und eine PS2 gab. Vero konnte ihn aber schliesslich doch zu einem Stadtrundgang ueberreden. Nachdem wir einen Aufzug, der ins Nichts fuehrte ueber eine Treppe bestiegen und die geniale Aussicht festhielten, fruehsteuckten wir noch in einer der zahlreichn Pastellerias.





Anschliessend gingen wir zureuck ins Hostel wo wir endlich einchecken konnten. Danach liefen wir durch die halbe Stadt zum Corte Ingles, der hier ein riesiger UberCorte war. In der gigantischn Supermarktabteilung fanden wir ausnahmsweise nicht nur ekelhafte Innereien, sondern auch leckere Steaks weshlab wir sofort zu griffen.
Zurueck im Hostel - auf dem Rueckweg testeten wir die kleine aber feine lissaboner Metro mit nur 4 Linien - kochten wir erstmal erstmal Aglio und Olio mit Steak und Feldsalat.



In der Kueche trafen wir auf Anne und Lara aus Landau, die Interrail in Portugal machten und uns den Rest ihrer Gemuese-Kaesesosse schenkten, die hervorragend zu unserem Essen passte.

Anschliessend sassen wir noch im Commonroom unseres Hostels wo wir ausruhten und in die Geheimnisse des Couchsurfing eingeweiht wurden.