Sonntag, 30. September 2007

Marrakesh (33. Tag)

Nach einer schreklichen Nacht wachten wir beide geraedert auf. Obwohl es schon Mittag war, fuehlten wir uns beide totmuede, da wir in unserem Riesenbett nur eine Vier-Quadratzentimeter-Bettdecke, die wir die ganze Nacht hin und herzogen, hatten. Das Fruehstueck auf der Dachterasse des Hotels konnte unsere Laune auch nicht aufbessern: Die Portionen waren winzig und es gab kein Brot, sondern nur lauwarme, klebrige, marokkanische Pfannkuchen, die wir mit Butter und Honig halbwegs geniessbar machten.

Nach dem Essen gingen wir in den Cyberpark, einer von Maroc Telecom angelegten Parkanlage.

Cyber waren hier nur der Pavillon, in dem man sich ueber die Geschichte des Telefons informieren konnte, verschiedene im Park aufgebauten Touchscreens auf denen man sich Fotos anschauen konnte und ein Internetcafe, das unser eigentliches Ziel war. Doch vorher musste Michael noch mindestens bei einem der Touchscreens das System zum Absturz bringen. Beim ersten kamen wir nicht sehr weit, da schon Leute hinter uns standen, die die wunderschoenen Fotos betrachten wollten. Beim zweiten Terminal weiter im Innernen des Parks hatten wir mehr Erfolg: Das Problem war nur, herauszufinden, wie man am Touchscreen die rechte Maustaste benutzt. Doch auch das konnte Michael herausfinden, sodass wie nur noch das Administratorkennwort brauchten. Das war jedoch schwerer zu erraten als wir gehofft hatten. So war der Traum vom Herunterfahren oder Aendern der Interneteinstellungen geplatzt, doch wir erstellten noch einen Ordner mit unseren Namen und gingen ins angenehm klimatisierte Internetcafe um zu blogg0rn. Allerdings wurden wir hier schon nach einer Stunde des Platzes verwiesen: Wegen dem Ramadan galten verkuerzte Oeffnungszeiten.
Wir beschlossen erst einmal im Pizzahut, den wir am Vortag auf dem Weg zu McDonalds entdeckt hatten, Frustessen einzulegen. Wir bestellten uns die bei uns in Deutschland unbekannte Steigerung der CheesyCrust: Eine Cheesy Vulcano. Zum Nachtisch goennten wir uns noch Schokokuchen bzw. Apfelstrudel. Danach ging es zurueck ins Hotel, um aufs Klo zugehen und eine groessere Bettdecke sowie neues Klopapier zu bestellen. Wir bekamen ein Laken, das eine groessere Flaeche als unser Zimmer hatte und nachdem der Hotelbimbo, der immer auf dem Stuhl neben der Rezeption sass, wieder zurueck war, auch frisch und extra fuer uns gekauftes Klopapier. Waehrend des Wartens an der Rezeption entdeckte Vero in einem Zeitschriftenstapel eine aeltere Ausgabe der "Astronomie heute", in der sie einen Artikel ueber den gruenen Blitz, den wir eigentlich unbedingt an der franzoesischen Atlantikkueste beobachten wollten, las. Sie berichtete Michael von ihrer Entdeckung, der sich die Zeitschrift daraufhin direkt auslieh und mit ins Zimmer nahm.

Nach der kurzen Erholungspause im Hotel, machten wir uns auf die Suche nach einem Internetcafe, das laut Reisefuehrer ganz in unserer Naehe sein sollte. Doch wie sich schnell herausstellte und eigentlich auch vorauszusehen war, war es nicht so einfach, in der Medina einen bestimmten Punkt zu finden. Wir verirrten uns sehr schnell in einer kleinen Sackgasse, in der wir die Schuhputzkatze kennenlernten. Sie putzte mit ihrem Koepfchen erst Michaels und dann Veros Schuhe, die sogar fast wieder weiss wurden. Nur dass sie ihren Schwanz benutzen sollte um die Shox zu putzen war anscheinend zu hoch fuer sie, aber es war ja auch noch eine kleine Schuhputzkatze.

Im total ueberhitzten und ueberfuellten Internetcafe - es war natuerlich nicht das , in das wir urspruenglich wollten - vollendeten wir unseren Blog soweit wir moeglich, danach ergriffen wir erleichtert die Flucht.
Auf dem Djemma el Fna sahen wir danach noch einem Zaubererpaerchen zu. Zunaechst machten sie Kunststueckchen und spielten Diabolo. Schliesslich forderte der kleinere der beiden Stassenkuenstler Michael mit Haenden und Fuessen dazu auf es auch einmal zu versuchen, es gelang ihm allerdings eher schlecht als recht. Danach begann die Zaubershow. Es wurden zum Beispiel Suessigkeiten herbeigezaubert, die ans Publikum verteilt wurden. Ausserdem hatten sie einen Ringverwurschteltrick: Der kleine Zauberer konnte drei Ringe so ineinander verhaken, dass wir sie nicht mehr auseinanderbekamen - er jedoch schon.
Nach der Zaubershow zog der kleine Marokkaner, die schon seit Beginn der Vorfuehrung bereitliegenden, Boxhandschuhe an und bot Michael ein zweites Paar an.

To be continued...

Keine Kommentare: