Montag, 24. September 2007

Tanger (25. Tag)

Nach einem französischen Fruehstueck im Mosaikgeschmückten Fruehstuecksraum des Hotels



machten wir uns auf den Weg in die Stadt, dieses Mal alle Touts und Drogenverkäufer konsequent ignorierend. Nur auf einen Rucksacktouristen wie wir gingen wir ein, als er uns fragte, wie das Hotel Continental sei und ob es teuer wäre. Auch er war vorher in einer Absteige gelandet, in der er keinesfalls bleiben wollte.
Anschließend liefen wir der Nase nach los Richtung Altstadt, da wir erst einmal eine Bank zum Geldwechseln suchen wollten.



Leider hatten aber alle geschlossen. Nach einem kurzen Blick auf den Stadtplan im Reiseführer hatte Michael den perfekten Rundweg im Kopf, wir liefen also zielstrebig los. Unsere Tour führte durch die Neustadt, hier gab es statt der engen, verwinkelten Altstadtgässchen richtige Strassen, die teilweise sogar Straßenschilder hatten (auf arabisch und französisch). Je weiter wir liefen, desto weniger Touristen und Touts begegneten wir. Nach einer halben Stunde, als die Strasse eher das Aussehen eines betonierten Feldwegs annahm und außer Einheimischenwohnhäusern am Straßenrand nichts mehr zu sehen war, merkten wir, dass wir uns anscheinend verlaufen hatten. Nachdem wir mit Hilfe des Kompass und der Karte festgestellt hatten, dass wir uns 2 km vom Stadtzentrum entfernt hatten, beschlossen wir, bis zum Meer, das schon in Sichtweite war, zu gehen und am Strand zurückzulaufen. Wir schleppten uns also mittlerweile eher lustlos das letzte Stück unbefestigten Weg entlang. Links und rechts von uns war Brachland, auf dem marokkanische Kinder Fußball spielten und ein einsamer Esel stand, der aussah, als würde er gleich sterben.



Der Strand entpuppte sich als schmaler Sandstreifen, der nur von Anglern benutzt wurde. Auf beiden Seiten war er von einer felsigen Steilküste begrenzt, in der in einer Höhle ein Eremit (oder Obdachloser) mit seiner Katze wohnte. Da wir also offensichtlich nicht am Strand zurückgehen konnten, kehrten wir um, um den plastikmuelluebersaeten Weg nun in umgekehrter Richtung zu gehen.
Als wir wieder in der Altstadt waren, gingen wir zur Kasbah, die sich aber als eher langweilig und unspektakulär herausstellte. Das Innere des Palastes besichtigten wir erst gar nicht, da es nur eine Ausstellung marokkanischer Kunst beherbergte. Stattdessen meldete sich langsam Michaels Magen, wir mussten also etwas zu Essen beschaffen. Das stellte sich jedoch als gar nicht so einfach heraus.
Nach einer halben Stunde Durchkämmen der Innenstadt und Nachfragen bei mehreren Cafés sahen wir ein, dass es wegen dem Ramadan unmöglich warm vor Einbruch der Dunkelheit etwas zwischen die Zähne zu bekommen. Michael sah sich aber nicht imstande, vier weitere Stunden auszuhalten, ohne dass sein Magen anfangen würde, sich von Innen zu verdauen. Da weit und breit auch kein Supermarkt in Sicht war - sowas gab es hier anscheinend sowieso nicht, nur die riesigen Märkte, auf denen man wirklich alles kaufen konnte - mussten wir in einen der kleinen Tante Emma-Läden gehen. Hier kauften wir arabische Frosties und 1 L Milch, wobei wir feststellten, dass die Kelloggspackungen hier andere Tiere auf der Vorderseite hatten, Kaum hatten wir den Laden verlassen, merkten wir, dass die Kelloggs abgelaufen waren. Michael wollte sie umtauschen, doch frischere als die seit einem Vierteljahr verfallenene Frosties konnte uns der Laden nicht anbieten.

Zurück im Hotel ass Michael trotzdem die ganze Packung Vero fand noch Erdnüsse in den Tiefen ihres Rucksacks, zu denen sie einen Teil der schon leicht sauer schmeckenden Milch trank.

Nach unserer Mahlzeit war unsere Laune zwar wieder besser, doch von der dreckigen Stadt voll schlecht gelaunter weil fastender Menschen hatten wir erstmal genug. Da wir Pro7 empfingen und gerade Men in Black 2 gefolgt von Kill Bill 2 kam, beschlossen wir, den Rest des Abends mit Filme schauen zu verbringen.

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