In Gibraltar liegen wir durch die Fußgängerzone Richtung Seilbahn, wobei wir feststellten, dass in der Stadt nur – meist englische – Touristen herumliefen.
Auf dem Weg zur Seilbahn tat sich uns eine Alternative auf: Eine Minibusrundfahrt zum gleichen Preis. Weil wir es zeitlich nicht schaffen würden, zum Affenfelsen und zur St. Michael's cave zu laufen, entschieden wir uns für den Bus. Die Tropfsteinhöhle
und der Great Siege Tunnel
waren eher langweilig, doch der Affenfelsen war wirklich lustig. Die Affen kletterten überall herum, am liebsten sprangen sie auf die Minibusse und ließen sich ein Stück weit mitnehmen, am Ende stieg sogar ein Affe in unseren Minibus ein, den der Fahrer erst wieder heraus scheuchen musste.
Wenn man wollte, konnte man sich auch einen Affen auf die Schulter setzen lassen, was wir aber bleiben ließen, da die Affenaersche nicht so aussahen, als hätten sie schon mal Klopapier gesehen.
Nach der Rundtour gingen wir noch Fish & Chips essen bevor wir zurück mussten. Vom Flughafen aus riefen wir noch zu Hause an, um Grüße aus England zu bestellen, bevor es nach Algeciras ging.
Hier holten wir unser Gepäck vom Hotel und gingen zum Hafen, der Check-In für unser Boot hatte noch nicht begonnen, sodass wir rumsaßen und warteten. Eine halbe Stunde vor abfahrt machte endlich der Schalter für die 1900-Faehre auf, die uns aber nicht mitnehmen wollte, weil sie von einer anderen Gesellschaft war. Die letzte Balearesfähre war seit drei Stunden weg, der Mann im Reisebüro hatte uns angelogen. Jetzt brach Stress aus. Michael rannte los, um die Balearestickets umzutauschen und versuchte, eventuell noch günstige Tickets für die Accionafaehre zu bekommen, die noch im Hafen lag, was teilweise leider nicht ging. So mussten wir die
Der Check-In war lächerlich, obwohl die Geräte vorhanden waren, wurde unser Gepäck nicht durchleuchtet sondern nur unsere Pässe kontrolliert. Auf der fast leeren Fähre stellten wir unser Gepäck ab und nutzten das letzte Tageslicht um oben auf dem offenen Deck einen letzten Blick auf Gibraltar und auf Europa zu werfen. Über Gibraltar hing die typische riesige Wolke, die für englisches Wetter auf der Landspitze sorgte.
Während wir noch draußen standen, kam eine Durchsage auf spanisch, arabisch und französisch, dass man der marokkanischen Polizei seinen pass zeigen sollte. Es kam aber kein Polizist vorbei, sodass wir das ganze vergaßen. Nach zwei Stunden Überfahrt legten wir in Tanger an, doch der Polizist am Ende der Brücke wollte uns nicht ins Land lassen. Wir hätten auf dem Schiff unsere Pässe stempeln lassen müssen. Also mussten wir wieder einsteigen und den Polizeischalter suchen, der leer war. Ein Besatzungsmitglied fand und sagte, wir sollen ihm folgen. Wir sollten an der Rezeption warten, da die Polizei angeblich gerade im gebetsraum war. Dann ließ er uns allein. Nach einigen Minuten kam eine Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmützenabzeichenannäherin die sagte, es wäre keine Polizei mehr an Bord, wir müssten eine Stunde warten, bis die nächsten Passagiere einsteigen. Die zeit nutzten wir sinnvoll, indem Michael erstmal seine Handy mit Schiffsstrom auflud und wir unsere Uhren zwei Stunden zurückstellten. Nach 30 min kam ein unscheinbarer Mann in Zivilkleidung, der sich als der Polizist entpuppte, der unsere Auszuschneuzenden stempeln sollte. Als wir endlich alles beisammen hatten, konnten wir schon wieder nicht das Schiff verlassen, weil die Gangway schon zurückgefahren war. Nach einigem Umherirren kam ein Mann, der auf dem Schiff gearbeitet hat und keinen sonderlich guten Job hatte, der uns über das Hauptdeck nach draußen führte. Nachdem ein weiterer ebenso unscheinbarer Polizist unsere jetzt gültigen Ausweise kontrolliert hatte durften wir endlich marokkanischen Boden betreten. Wir standen jetzt mitten in der Cargo City, in der uns nur noch LKWs um die Ohren rauschten, da wir den Autoausgang benutzt hatten und brauchten ewig, um den Fussgaengerausgang aus dem Hafen zu finden.
Kaum waren wir draußen, wurden wir von einem der Touts aufgegabelt, vor denen uns der Reiseführer gewarnt hatte. Er zeigte uns, wo wir Geld wechseln konnten, erst dann ließ er sich davon überzeugen, dass wir weder ein Taxi noch sonstwas brauchten. Geld gaben wir ihm keins. Wir liefen in Richtung Hotel, dessen Leuchtschrift wir vom Hafen aus schon sehen konnten. Auf dem Weg fragten wir einen Polizisten nach der genauen Route, die er Vero zweimal auf französisch erklärte und ihr tausendmal sagte, wie gefährlich die eine Straße auf dem Weg dorthin wäre und dass wir lieber ein Taxi nehmen sollten. Also fragten wir den Fahrer eines Grand Taxis, der 30 MAD wollte aber meinte, wir sollen lieber laufen. Kaum hatten wir die ersten Schritte gemacht, kam ein weiterer Tout, der viel aufdringlicher war als der erste. Er wollte uns unbedingt zum Hotel Marmora bringen, dass unsere Zweitwahl war, doch hier bekamen wir einen kleinen Schock. Das Hotel war heruntergekommen, die Zimmer rochen als wären sie seit Monaten nicht benutzt, es gab nur ein Waschbecken und eine Dusche hinter einem Vorhang im Zimmer und vor dem Hotel lief uns eine Kakerlake über die Füße. Da der Zimmerpreis nur 100 MAD unter dem des Hotels Continental lag. Wo wir eigentlich hinwollten lag, lehnten wir ab. Als wir ankamen wurden wir auch den nervigen Tout los, der nach wie vor verkuendete, das Hotel Marmora sei das beste Hotel der Stadt.
Im Hotel Continental hob sich unsere Stimmung wieder, es war gepflegt. Renoviert und man hatte ein anständiges Bad. Nur hatte Michael Angst, dass aus dem Loch im Holzfußboden nachts Kakerlaken kämen. Das vergaß er bald, da wir beide so müde waren, dass wir sofort schlafen wollten. Das war nicht so einfach, denn da Ramadan war, war in der ganzen StadtParty und am Hafen veranstalteten alle Schiffe den Wer-hat-das-lauteste-Nebelhorn-Contest.
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