Bis 1500 sassen wir am Hostel-PC rum und blogg0rten, studifickten und mail0rten. Danach konnten wir uns endlich aufraffen, in die Stadt zu fahren. Zuerst wollten wir zur Sagrada Familia, jedoch wussten wir nicht, wie die Metrostation dort hiess, aber Vero fand, dass Plaça de Espanya sehr zentral klang. Ausserdem hatten wir ja jetzt Zwei-Tages-Tickets, sodass wir rumfahren konnten, wie wir lustig waren. In derMetro fiel uns auf, dass die Leute sich nicht nur abends in der Bahn abknutschen und befummeln, sondern auch tagsueber, und nicht nur juengere, sondern auch aeltere Paare, die unsere (Gross-)Eltern sein koennten.
Der Plaça de Espanya stellte sich als Kreisverkehr heraus, bei dem die Stierkampfarena, die geradereoviert wurde und die Rolltreppe, die hinauf zum Montjüic fuehrte, waren. Wir entschlossen uns also spontan, erstmal auf dne Montjüic zu gehen undvorher noch spontanter einen McDonalds zu suchen. Die Suche war ein totaler Reinfall, ausser ewigem Rumirren entlang einer grossen, haesslichen, lauten Strasse gelang uns nichts. Wir beschlossen also frustriert, an der naechsten Bushaltestelle stehenzubleiben und zurueckzufahren. Hier vergroesserte sich der hass auf die Verkehrsbetriebe. Die ersten Busse fuhren einfach an der Haltestelle vorbei, obwohl sie laut Fahrplan hier halten sollten. Dann endlich hielt ein Bus. Wir liegen zur sich oeffnenden hinteren Tuer. Hier wurde Michael fast eingeklemmt, weil der Busfahrer sie einfach wieder zumachte. Also rannten wir zur vorderen Tuer, die der Busfahrer ebenfallsvor unserer Nase schloss und losfuhr. Mit dem naechsten Bus konnten wir dann zurueckfahren. Aus Hungergruenden verzichteten wir vorerst auf den Park und fuhren zur Ramblamblam.
Hier fanden wir sogar einen Kurger, allerdings waren die Pommes uebelst matschig. Anschliessend schlenderten wir die Ramblas auf der Suche nach den Huetchenspielern entlang, denn nur deshalb war Michael nach Barcelona gekommen. Allerdingsgab es keien Huetchenspieler mehr, nur lebendige Statuen, einen richtig guten Zauberer und Strassenkuenstler wie der in Montpellie mit Spraydosen. Die hier waren sogar noch viel besser. Den besonderen Kick gab es auf dem Boquería-Markt, auf den wir nur wegen der Hirne und Innereien gingen. Das allerekligste waren die Schafskoepfe, in denen noch die Augen waren.
Nach unserer Ramblastour setzten wir uns noch auf eine Bank am Hafen und schauten keksessend den Schiffen zu, waehrend es dunkel wurde.
Bald war es auch spaet genug,los ins 3D-Kino zu gehen. Schon bei unserer Ankunft in Barcelona hatten wir die Plakate fuer den 3D-Film ueber Haie gesehen und es stand fest, dass wir ihn uns nicht entgehen lassen wuerden. Der Film war viel besser als der in Paris, vor allem, weil wir die absolut perfekten Plaetze ueber dem projektor in der Mitte hatten.
Nach dem Kino liefen wir dann noch ueber die naechtlichen Ramblas. Die Kuenstler waren mittlerweile verschwunden, nur die lebendigen Statuen waren noch da. Ausserdem wurde einem die ganze Zeit pisswarmes Dosenbier angedreht. Ungefaehr auf der halben Strecke zur Metro wurde es mal wieder kriminell: Zwei Polizisten auf einem Roller hielten vor einem Haendler, der irgendeinen surrendenden, blinkenden Ramsch aus einer Plastiktuete heraus verkaufte. Sie nahmen ihm die Tuete ab und durchsuchten ihn, obwohl er ihnen einen Zettel zeigte, der anscheinend seine Lizenz war. Doch als die Polizisten nichts fanden, gaben sie ihm seine Tuete zurueck und fuhren weiter.
In der Metro sammelte die TMB ihren ersten kleinen Pluspunkt bei uns: Obwohl es schon nach 0100 war, fuhr die U-Bahn noch regelmaessig.
Doch ganz ungehindert kamen wir doch nicht im Hostel an. Die Klingel war herausgerissen und kaputt. Zunaechst versuchte Michael die Kontakte wiederherzustellen, doch vergeblich.
Dann entschloss er sich, es einfach mit Einbrechen zu probieren, denn die Scheibe der Eingangstuer war sowieso schon eingeschlagen.
Nach fuenf Minuten Rumprobieren sprang die Tuer auf und als wir gerade reinliefen, ging auch der Tuersummer an, weil der Hostelmann einfach vorsichtshalber den Summer alle halbe Stunde drueckte, falls noch jemand heimkommen sollte.
Wir waren jedenfalls froh, nach dem anstrengenden Tag endlich ins Bett zu kommen - alle anderen Leute schliefen jedenfalls schon.
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