Dienstag, 25. September 2007

Fes / Meknes (28. Tag)

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof, der wie anscheinend alle marokkanischen Bahnhöfe nur zwei Gleise hatte. Von hier aus fuhren wir nach Meknes, links und rechts der Gleise die mittlerweile bekannten Bilder von Bauern und ihren Eseln, hirten und ihren Schafen, sowie Kinder und ihren Wurfsteinen (Ziel waren die vorbeifahrenden Züge).

In Meknes ließen wir uns von einem Taxi zum Hotel de Nice fahren, nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatte beschlossen wir essen zu gehen und zwar im Dar Sultana in der Altstadt, das auch im Reiseführer stand. Wir liefen also in die entsprechende Richtung los und hielten das erstbeste Taxi an. Mit dem Namen des Restaurants konnte der Taxifahrer schon mal nichts anfangen, mit dem Straßennamen anscheinend schon, denn nachdem er diese Information hatte fuhren wir los. Nach 10 min zielstrebiger fahrt landeten wir in einer Straße in deren Gosse sich der Müll einen halben Meter hoch türmte und deren Fahrbahn nicht viel sauberer aussah. Wir waren uns ziemlich sicher falsch zu sein, der Taxifahrer sich anscheinend auch, denn er winkte einen vorbeilaufenden Marokkaner herbei, der einen weiteren Mann rief, der schließlich zu uns ins Auto stieg, uns und den Taxifahrer mit Handschlag begrüßte und uns dann erklärte, man hätte ihn geholt weil er englisch spreche. Nach 500 m ließ er das Taxi anhalten und führte uns in die verwinkelte Medina.

Auf unserem weg zeigte er uns eine Bäckerei, in der in einem Steinofen über Zedernholz das Brot gebacken wurde und den Heizraum eines Hammams, in dem ebenfall mit Zedernholz das Wasser erwärmt wurde. Hier bekamen wir getrocknete Datteln angeboten, die wir uns aus Höflichkeit nicht abzulehnen trauten. Es aß also jeder eine, in der Hoffnung, dass unsere Verdauungsapparate damit fertig werden würden.

Schließlich standen wir vor einem Restaurant, das jedoch nicht das gesuchte war. Auch wenn unser Führer bestand, dass es hier sehr sauber sei wollten wir weiterhin ins dar sultana. Er kannte es zwar nicht, aber schon an der nächsten ecke fragte er jemanden, der den weg wusste. Endlich dort angekommen – wir hatten wieder jede Orientierung im Gassengewirr verloren – war die Tür verschlossen. Unsere Führer jedoch klingelte einfach (die Klingel zwitscherte wie ein Vogel) und uns wurde geöffnet. Als wir fragten, ob das Restaurant nicht geschlossen sei hieß es nur, dass die Familie gerade selbst gegessen hätte, wir aber jetzt etwas zu essen bekämen. Wir bestellten Salate, Zitronenhühnchen bzw. Rindfleisch und als Nachtisch Tee und Plätzchen. Während wir uns über die sechs Salate und den Rest des Essens hermachten, saß unsere Führer mit einem Teil der Familie, der das Restaurant gehörte, in einer andere Ecke des überdachten Hofs und sah fern. Ohnehin hatten wir das Gefühl, im Wohnzimmer der Familie zu sitzen. Ständig liefen Leute herein, die durch eine andere Tür wieder verschwanden.



Als wir mit unserer Mahlzeit fertig waren wurden wir von unserem marokkanischen Guide zunächst aus der Altstadt geführt, dann begleitete er uns noch im Taxi bis zum Hotel. Er wollte uns überzeugen doch nach Volubilis zu fahren, doch 30 EUR auszugeben nur um 2 h lang römische Ruinen anzuschauen erschien uns zuviel. So gingen wir schlafen, um am nächsten tag direkt nach Rabat zu fahren.

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